Kirche auf der Landesgartenschau in Rietberg
Menschliche Brücken bauen
Rietberg. Die Landesgartenschau (LGS) in Rietberg und Neuenkirchen ist nach Angaben der Veranstalter von Beginn an ein großer Erfolg. Weit mehr als 100000 Menschen besuchten bislang die bunte Schau, die weit mehr als Blumen zu bieten hat. Auch die Katholischen Kirchengemeinden und das Dekanat beteiligen sich mit besonderen Angeboten.
Pfarrer Andreas Zander von St. Johannes Baptist legte jetzt ein 64-seitiges Heft mit rund 200 Einzelveranstaltungen der sieben Rietberger Ortsteil-Gemeinden und des Dekanates vor. Sein Resümee nach drei LGS-Wochen fällt „eindeutig positiv“ aus.
Mit der Johanneskapelle und der Klosterkirche St. Katharina sind es vor allem zwei Orte des christlichen Lebens, die die Menschen zu Einkehr und Gebet, zu Ruhe und Besinnung einladen.
In der Johanneskapelle an der Delbrücker Straße, einem bis 1753 errichteten barocken Juwel, lauschen Besucher und Ausflügler jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr den Worten der Heiligen Schrift.
Mehr als 20 Leser wechseln sich ab und lesen die Bibel „von A bis Z“, wie Koordinatorin Marlis Rupprath und Dekanatsreferent Matthias Stumpe stolz berichten. „Mit einem so enormen Zuspruch auch bei den Zuhörern haben wir nie gerechnet, Wir sind wirklich überrascht“, lacht Marlis Rupprath, während Konrad Bastian aus Friedrichsdorf aus dem Matthäusevangeliums liest.
Als Geistliches Zentrum für Gottesdienste und etliche andere Angebote während der LGS dient die gerade renovierte Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters. Vor dem Gotteshaus haben die Kolpingsfamilien aus dem Bezirk einen eigenen Pavillon und bieten Mexiko-Kaffee an. Gleich nebenan freuen sich die Damen des Instituts Vita über zahlreiche Besucher. Schriften und Tonträger werden hier angeboten, doch gerade auch die Gespräche mit den Besuchern, der Austausch „über Gott und die Welt“ gefallen Sabine Wiemann und ihren Mitstreiterinnen.
Die 1629 geweihte Klosterkirche selbst lädt ein zum Schauen und Hören, zu Begegnung und Stille ein. „Viele Besucher machen bewusst einen Abstecher vom LGS-Park zur Klosterkirche und lassen den Tag für sich zu einem besonderen Tag für die Seele werden“, sagt Pfarrer Andreas Zander.
Bis zum 12. Oktober werden jeden Sonntag um 12 Uhr mit Chor-, Instrumental- und Orgelmusik besonders gestaltete Gottesdienste gehalten. Für Kinder von drei bis neun Jahren findet parallel hierzu die „Kinderkirche“ mit biblischen Geschichten, Singen, Beten und Malen statt.
„Uns überrascht, wie großartig auch die werktäglichen Kurzandachten um 12 und um 17 Uhr angenommen werden. Die Menschen suchen ganz bewusst diesen Ort der Stille nach dem Trubel auf dem LGS-Gelände“, hat Pfarrer Zander beobachtet.
Eine besondere Rolle spielt auch die konzertante Kirchenmusik. Regelmäßig sonntags um 17 Uhr werden Konzerte angeboten, in deren Mittelpunkt die 1747 erworbene und von der ortsansässigen Orgelbaufirma Speith restaurierte, zweimanualige Orgel steht. Sie wird dabei von renommierten Organisten aus Rietberg und der Region gespielt.
Im historischen Kreuzgang des einstigen Franziskanerklosters werden besondere Ausstellungen präsentiert, die sich Menschenbildern und Kinderzeichnungen zum Thema Schöpfung ebenso widmen wie Holz- und Steinskulpturen. Hausbibeln, Ikonen, Messgewändern und anderem mehr.
Eine Faszinosum ist auch die Krypta der Klosterkirche. Sie dient als Grablege des Herrschergeschlechts derer von Ostfriesland und Rietberg. Neben zwölf hohen Würdenträgern der Grafenfamilie wurde hier auch das Herz der 1758 verstorbenen Gräfin Maria Ernestine Franziska beigesetzt. Der Leichnam selbst ruht in Brünn /(Tschechien).
In den 1880er-Jahren war die Krypta verschüttet worden. Seit Februar dieses Jahres erstrahlt sie wieder in früherer Pracht und zeigt zwischen zwei Zinksärgen das in eine kupferne Kapsel eingelassene Herz von Maria Ernestine.
Willkommen geheißen werden die Menschen sämtlicher Konfessionen in der Klosterkirche vom eigens eingerichteten Begrüßungsdienst. „Wir möchten menschliche Brücken bauen“, verdeutlicht Pfarrer Zander das gern genutzte Angebot.
Im Refektorium des Klostertraktes können die Besucher zu Kaffee, Tee und Kuchen einkehren. Etwa 400 Helferinnen aus den Katholischen Frauengemeinschaften des Bezirks engagieren sich und verwöhnen die Gäste in Wechselschichten mit leckeren Kuchen und Torten. Hubertus Ebbesmeyer
Weitere Informationen unter
www.rietberg-wiedenbrueck.de
www.lgs-rietberg.de
www.stadt-rietberg.de







