Aktuelle Ausgabe
2012-20

Planungen für die neuen Pastoralverbünde im Dekanat Unna

Mathe für die Seelsorge

Die Diskussion im Dekanat Unna über die zukünftigen Pastoralverbünde hat mit einem Informationsabend begonnen: Desiree Simon und Monika Muschalla (v. l.) sowie Peter Voß (r.) vom Vorstand des Dekanatspastoralrates und Dechant Norbert Nacke (3. V. l.) und Dekanatsreferent Edgar Terhorst (2. V. r.). Foto: Wiedenhaus

Unna. Elf Pastoralverbünde sowie 30 Pfarreien und Pfarrvikarien gibt es zurzeit im Dekanat Unna. Daraus sollen in den kommenden Jahren vier Pastoralverbünde mit insgesamt acht bis zehn Pfarreien werden. So sehen die derzeitigen Vorschläge aus, die Dechant Norbert Nacke den Pfarrgemeinderatsvorständen und Mitgliedern des Dekanatspastoralrates als Grundlage für die anstehenden Planungen vorgestellt und damit die Diskussion im Dekanat eröffnet hat.

von Andreas Wiedenhaus

„Der Schritt sollte so groß sein, dass nicht ständig nachgebessert werden muss“, warb Nacke vor rund 130 Zuhörern dafür, möglichst rasch klare und abgesprochene Strukturen“ zu schaffen, „damit die Strukturdebatten endlich aufhören“: „Wenn wir diese Aufgabe nicht gut lösen, werden wir zur Seelsorge nicht mehr kommen.“ Diese „Seelsorgemathematik“ dürfe nicht endlos betrieben werden.
Erzbischof Hans-Josef Becker hatte den Prozess mit einem Brief im Dezember angestoßen, als er die Mitglieder der Gremien über die Planungen zur Vergrößerung der „pastoralen Kooperationsräume“ informierte. Hintergrund sind die demografische Entwicklung, der Rückgang des pastoralen Personals und die sinkende Kirchensteuer. Der zugrunde liegende Zeitplan ist eng gesteckt: Bereits Ende dieses Jahres sollen die neuen Einheiten festgelegt werden, die schrittweise Umsetzung be­ginnt 2010 (Siehe auch Kasten „Hintergrund“ auf der Seite 38) . In diesem Zusammenhang wies Nacke auf die Chancen zur Mitbestimmung hin, die das Modell biete und die von Seiten der Bistumsleitung ausdrücklich gewünscht sei.
Dass es Skepsis innerhalb der Gremien gibt, machte die anschließende Diskussion deutlich: Die Frage nach der Zukunft der Gemeinden und der Seelsorge steht für viele ebenso im Raum wie die nach der Rolle, die die Laien in Zukunft spielen sollen oder können. Dass die Zahl der Pfarreien schrumpft, ist indes für Dechant Nacke kein pastorales Alarmsignal: „Pfarreien sind organisatorische Größen, Gemeinden sind das Leben vor Ort.“ In diesem Sinne gehe es zukünftig nicht um die Frage, „Pfarrei zu sein, sondern lebendige Gemeinde“. Vor der endgültigen Verabschiedung der neuen Struktur im Dekanat steht für die Gremien mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen erst einmal eine andere Entscheidung an: Sie können anlässlich der Wahl am 7. und 8. November beschließen, wie die Gemeinden zukünftig innerhalb des Pastoralverbundes arbeiten wollen.
Es gibt das Modell, dass die Pfarrgemeinderäte in der bekannten Form weiter bestehen und im Verbund in einem Pastoralverbundsrat anstelle des bisherigen Koordinierungsrates zusammenarbeiten. Die weitergehende Lösung kann auf einen Gesamtpfarrgemeinderat im Pastoralverbund hinauslaufen. Dazu müssen aber alle Gemeinden ihre Zustimmung geben. Es gibt ein Vetorecht.


23.05.2012
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