Kirchen und Gewerkschaftsbund in Hagen melden sich zur Wirtschaftskrise
Mahnruf für Gerechtigkeit
Hagen. In der Diskussion um die Wirtschaftskrise haben sich das Dekanat Hagen-Witten, der evangelische Kirchenkreis Hagen und der DGB Region Hagen zu Wort gemeldet. In einem „Mahnruf für Gerechtigkeit“ setzen sie sich dafür ein, einen Umdenkprozess in Gang zu setzen. Die Situation sei durch „Habgier und die Jagd nach übermäßigen Renditen“ entstanden. Unterzeichnet haben den Aufruf Dechant Dieter Osthus als Vertreter der katholischen Kirche, Superintendent Bernd Becker und Jochen Marquardt als DGB-Vertreter.
Wörtlich heißt es in dem gemeinsamen Aufruf: „Diese Krise ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Sie ist das Ergebnis einer neoliberalen Wirtschaftspolitik, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten großen Einfluss auf die politischen Konzepte auch in unserem Land gewonnen hat.“ Doch dieses Modell sei „grandios gescheitert mit üblen Folgen für die Menschen“. Nun seien nicht nur Unternehmer und Politiker gefragt, sondern Sozialethiker, Kirchenvertreter und Gewerkschafter. Denn letztlich gehe es um die Frage der Gerechtigkeit. Diese sei dann erfüllt, „wenn dem Schwächsten in der Gesellschaft die gleiche Würde zuerkannt wird wie dem Stärksten“.
Für die Kirchen und Gewerkschaften gehe es in der Krise und ihren Folgen darum, individuelle und soziale Gerechtigkeit je neu in einem konkreten Kontext zu sehen, zu verstehen und zu bewerten: „Die Forderung nach Gerechtigkeit ist Leitgedanke kirchlicher und gewerkschaftlicher Initiativen, auch des Bündnisses für eine sozial gerechte Stadt, dem sich seit geraumer Zeit die beiden Kirchen in Hagen und der DGB verpflichtet wissen.“
Bezogen auf die gegenwärtige Krise müsse das heißen, dass der Testfall für soziale Gerechtigkeit das rechte Verhältnis von Kapital und Arbeit sei.
Wenn das Kapital zum Goldenen Kalb werde, so die Unterzeichner, um das die ganze Menschheit herumtanzen solle, dann sei der Mensch für die Wirtschaft da. Wörtlich ist zu lesen: „Wir fordern aber das Gegenteil:
Die Wirtschaft ist für den Menschen da! Darin steckt die Forderung nach einer Gerechtigkeit, die dem Menschen als Individuum und als sozialem Wesen gerecht wird.“
Für Hagen brauche es eine verstärkte Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft, sozialen Trägern und auch den beiden Kirchen: „Die gegenwärtige Krise ist nicht so sehr eine Gefahr, vielmehr ist sie auch eine Chance zur Umkehr und zu einem Mehr an Solidarität untereinander in der Stadt Hagen.“






