Katholische Frauengemeinschaft St. Heinrich Sende kann bereits auf ein Jahrhundert zurückblicken
„Leidenschaftlich glauben und leben“
Schloß Holte-Stukenbrock. Die Gründungsfahne hängt eingerahmt im Pfarrsaal. Ihre 50 Jahre alte Nachfolgerin kommt am Sonntag, 29. Mai, zum Einsatz, wenn die kfd St. Heinrich Sende als eine der ältesten Frauengemeinschaften im Dekanat mit einem Festhochamt ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
von Karin Prignitz
Nicht nur an diesem einen Tag wird an die Erfolgsgeschichte der engagierten Gemeinschaft und ihren Vorläufer, den Mütterverein Sende-Senne II erinnert, sondern mit verschiedenen Veranstaltungen das ganze Jahr über. Bischof Karl Joseph Schulte war es, der am 4. November 1911 die Genehmigung erteilte. In den Annalen ist nachzulesen, dass während der Gründungsfeier, die gut einen Monat später am 8. Dezember stattfand, 166 Mütter in die Reihen des einstigen Sender Müttervereins aufgenommen wurden. Initiator und Präses war der damalige Vikar Hugo Ringe, erste Vorsitzende wurde Theresia Kleine-Rüschkamp.
Dass der Zusammenschluss der Frauen von den Herren der Schöpfung zunächst mit großer Skepsis betrachtet wurde, geht aus einem Brief hervor, den das ehemalige Mitglied Ida Rasche-Schürmann 1986 verfasst hat: „Damals, vor dem Ersten Weltkrieg – die Frauen hatten noch kein Wahlrecht – wurde der Verein von manchen Männern noch vielfach bespöttelt und nicht ernst genommen. Man nannte ihn den „Gauseverein“ (Gänseverein), denn mehr als Geschnatter käme ihrer Ansicht nach doch nicht dabei heraus. Aller Unkenrufe zum Trotz ist die Gemeinschaft aber die stärkste in der Gemeinde geblieben. Sie hat das Kaiserreich, die Weimarer Republik, die Nazizeit und zwei Weltkriege überstanden.“
Längst hat sich die Verbandsarbeit auf Diözesan- und Bundesebene der Zeit angepasst. Bereits im Jahr 1968 war deshalb eine neue Satzung verabschiedet worden. Auch ein neuer Name wurde gefunden: „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“. Heute zählt die kfd St. Heinrich Sende 259 Mitglieder. Nachwuchsprobleme? „Nein“, betont Vorsitzende Therese Bohnensteffen, „die haben wir bisher noch nicht.“ Im Gegenteil. „Die Frauengemeinschaften blühen immer mehr auf.“
Unter dem Motto: „leidenschaftlich glauben und leben“ hat das aktuelle Vorstands-team ein vielfältiges Jahresprogramm zusammengestellt (siehe Infokasten). Auch, wenn nicht Jubiläum gefeiert wird, trifft sich das achtköpfige Vorstandsteam regelmäßig, vierteljährlich die Mitarbeiterinnen. Pastor Dietmar Walter begleitet die Frauengemeinschaft als Präses. Hauptanliegen der kfd bleibe immer der religiöse Ansatz, betont die Vorsitzende. Wichtig seien aber auch die geselligen Zusammenkünfte, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und über Probleme gesprochen werde.
Info
Unter dem Motto „leidenschaftlich glauben und leben“ steht das Jahresprogramm der kfd St. Heinrich Sende. Einer der Höhepunkte ist am 1. Juli die Einweihung eines Heiligenhäuschens, das die Frauengemeinschaft zu Ehren der Muttergottes Maria nahe des Friedhofs hat errichten lassen. Am 8. Dezember, dem eigentlichen Gründungstag, laden die kfd-Frauen zur gemeinsamen Messfeier ein. An diesem Tag wird auch die Chronik zum 100-jährigen Bestehen erscheinen. Noch ist sie nicht fertig, Therese Bohnensteffen ist aber zuversichtlich, dass viele mitwirken werden: „Das wird wohl eine Gemeinschaftsarbeit.“







