Dekanatswallfahrt der Frauengemeinschaft im Dekanat Unna
„Lasst uns aufbrechen!“
Unna „Santiago ist überall“, so heißt ein bekanntes Musical zum Jakobsweg. Diese Erfahrung machten auch die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Dekanat Unna auf ihrer Dekanatswallfahrt. Für sie war allerdings nicht die Kathedrale in Santiago de Compostella das Ziel, sondern die Stiftskirche in Cappenberg. Gemeinsam mit Diözesanpräses Roland Schmitz folgte die über 90-köpfige Gruppe dem westfälisch-münsterländischen Teil des Pilgerweges von Werne a. d. Lippe in einer rund dreistündigen Wanderung durch Wald und Feld.
von Elisabeth Plamper
Roland Schmitz gab zu Beginn der Fußwallfahrt in der Werner Stadtkirche St. Christophorus den spirituellen Impuls. Die Zeit werde eine neue Dimension bekommen. „Lasst uns aufbrechen“, so der Präses, „den Alltag hinter uns lassen und die kultivierte Natur und das, was wild wächst, wahrnehmen. Lasst uns wandern als Pilger und im gemeinsamen Gespräch und im Gebet ein Stück Weg unter unsere Füße nehmen.“
Bald schon lag die Stadt hinter den Teilnehmern und die festen Wege wichen befestigten Grünstreifen mit Schotter. Die kleinen losen Steine zwischen dem Gras knirschten unter den Schuhen. Der strahlende Sonnenschein tauchte die Felder und Wiesen in gleißendes Licht. Ein Stück entfernt waren Höfe inmitten der Flur zu sehen und Hundegebell war von Weitem zu hören.
Einige Mitglieder aus den verschiedenen Pastoralverbünden fanden sich in kleinen Gruppen zusammen, nutzten den gemeinsamen Weg zum persönlichen Austausch, andere gingen schweigend nebeneinander her und schauten sich hin und wieder an. Nach einem Zwischenstopp mit kühlen Getränken und Kuchen verteilte Präses Roland Schmitz als kleine Denkanstöße Kärtchen mit spirituellen Spruchweisheiten, Zitaten und Gebeten. Schweigend setzte die Gruppe ihren Weg fort, immer den blauen Schildern mit der gelben Jakobsmuschel folgend.
Die Gründe der Frauen aus den verschiedenen Pastoralverbünden des Dekanats Unna an der Wallfahrt teilzunehmen, waren vielseitig. Pilgern und Beten für die kranke Tochter: „Manchmal weiß man gar nicht, dass man stark sein muss.“ Pilgern aus Passion: „Ich bin schon dreimal ein Stück des Jakobswegs gegangen.“ Auf der Suche nach einem persönlichen Gespräch: „Ich finde es einfach gut, Menschen zu treffen, man kennt sich nicht, aber man versteht sich sofort gut.“
Die Pilger erreichten den Cappenberger Wald. Angenehme Kühle umfing sie. Der inzwischen schmale Pfad zog sich durch fast geschlossene Laubengänge aus den Kronen der Bäume, die Sonnenstrahlen, die durch das Grün fielen, zeichneten bizarre Muster auf den weichen Waldboden. Roland Schmitz hielt inne und lud zu einer Andacht. „Die Schöpfung erfahren ist der Weg“, so der Präses und las Auszüge aus Aufzeichnungen von Hildegard von Bingen. Langsam machten sich die Pilger auf zur letzten Etappe. Hin und wieder war schon zwischen den Bäumen die Stiftskirche zu sehen. Das Ziel vor Augen, folgten sie dem Weg aus dem Wald heraus, um im gemeinsamen Gebet in der Kirche als Symbol für die Kathedrale in Santiago den spirituellen Kreis der Wallfahrt zu schließen.
Den Anstoß, zu der Fußwallfahrt vor Ort, gab Ursula Schulze Berge von der kfd Bergkamen. Unter dem Motto „Den Jakobsweg neu entdecken“, brachte sie ihre Idee in einer Vorstandssitzung ein und stieß auf offene Ohren. Die erste Dekanatswallfahrt unter dem Arbeitstitel „Pilgern vor der Haustür“ wurde mit einer Begeisterung aufgenommen, die zunächst keiner der Organisatoren erwartet hatte, zog Cäcilia Andrzejewski, erste Vorsitzende der kfd im Dekanat Unna, am Abend beim gemütlichen Beisammensein im Pfarrheim der katholischen Kirchengemeinde Cappenberg eine positive Bilanz.
Aus dem Bistum Münster waren Mitglieder der kfd Ibbenbüren der Einladung zur Wallfahrt gefolgt. „Es war ein Wohlfühltag, ein Tag des Kennenlernens, des Erfahrungsaustausches und gemeinsamer spirituellen Erfahrung“, fasste Präses Roland Schmitz zusammen.







