Aktuelle Ausgabe
2012-5

Bildnisse von Soester Ordensschwester nach Brand im Marienkrankenhaus restauriert

Kunstwerke erstrahlen in neuem Glanz

Mit Künstlerin Sigrid Wobst freuten sich Ferdinand Kauerz-von Lackum, Geschäftsführer des Marienkrankenhauses Soest, und Blanka Nimmert, Pflegedirektorin, über die restaurierten Gemälde an ihrem neuen Bestimmungsort.

 

Soest. Fotografiert oder gemalt? Porträt oder Ikone? Die Arbeiten, die die Künstlerin Sigrid Wobst von der Soester Ordensschwester Bertholdine geschaffen hat, vereinigen beides: Malerei und Fotografie. Beim Brand vor drei Monaten wurden die Kunstwerke stark beschädigt. Umso größer ist die Freude bei Geschäftsführer Ferdinand Kauerz-von Lackum, dass die Werke nach der Restaurierung nun in frischem Glanz erstrahlen und an dem neuen Bestimmungsort im Haus besser denn je zur Geltung kommen.

„Schwester Bertholdine war für mich wie eine Ikone für Selbstlosigkeit und den Dienst am Nächsten“, sagt die Künstlerin Sigrid Wobst über die Ordensschwester, die im Soester Marienkrankenhaus bis vor rund 20 Jahren ihren Dienst tat. „Wenn sie von den Tausenden Kindern sprach, denen sie seit 1928 in Soest mit auf die Welt geholfen hatte, leuchteten ihre Augen und sie wiegte ihre Arme, als wenn sie eines dieser kleinen Geschöpfe hielte“, beschreibt Sigrid Wobst tief beeindruckt die Soester Schwester des Ordens des Heiligen Vinzenz von Paul.
Vor rund 20 Jahren hatte Sigrid Wobst die Idee, besondere Porträts von acht Soester Frauen anzufertigen. Von Frauen, die in der Stille arbeiteten und dennoch Großes leisteten. 30 Kunstwerke entstanden in diesem Zusammenhang. Die vier Porträts, die Schwester Bertholdine zeigen, hingen anfangs im Foyer des Marienkrankenhauses und später im Gang zur Kapelle. Bei dem Brand im Oktober vergangenen Jahres hatten die Bilder stark gelitten: tiefe Riefen, zerbrochene Rahmen, eine verrußte Oberfläche und abgeschürfte Farben machten die Restaurierung notwendig. Sigrid Wobst hat den Bildern nun fachgerecht wieder zu ihrer ursprünglichen Schönheit verholfen.
Sigrid Wobst kombinierte Fotografien und klassische Porträtmalerei. Die Übergänge sind kaum sichtbar. „Dieser verwirrende Effekt weckt die Aufmerksamkeit des Betrachters“, weiß Ferdinand Kauerz-von Lackum. So mancher Besucher hat schon vor den Bildern Halt gemacht, um schließlich noch einen Schritt näher heranzutreten und zu prüfen, wo die Fotografie anfängt und das gemalte Bild aufhört.
Der Geschäftsführer sieht in den Kunstwerken Parallelen zur Philosophie seines Hauses: „Das Bildnis von Schwester Bertholdine hat wie das Marienkrankenhaus einen religiösen Hintergrund. Sigrid Wobst zeigt, dass sich Tradition sehr gut mit moderner Technik kombinieren lässt – das trifft auf die Kunst ebenso wie auf die Medizin zu.“ Ab nun sind die Bildnisse im Marienkrankenhaus im Treppenaufgang zur Ebene 3 zu sehen. Außerdem wurde das Motiv eigens für die Patienten und Besucher des Marienkrankenhauses als Kunstkarte aufgelegt. 


05.02.2012
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