Aktuelle Ausgabe
2012-20

Remigius-Gemeinde in Mengede möchte „Kirche zu den Menschen bringen“

Kontakt zu Kritikern

Pfarrer Hubert Werning von der Remigius-Gemeinde in Mengede sucht den Kontakt zu denjenigen Gläubigen, die nicht in den Gottesdienst kommen. Foto: Wiedenhaus

Dortmund-Mengede. „Wenn die Menschen nicht mehr in die Kirche kommen, müssen wir die Kirche zu den Menschen bringen“ – diese auf den ersten Blick einfache Formel beschreibt nach Ansicht vieler Pastoraltheologen eine der vordringlichsten Aufgaben aktueller Seelsorge. Ein Priester, der sich diese Aufgabe zum Ziel gesetzt hat, ist Hubert Werning aus der Gemeinde St. Remigius in Dortmund-Mengede.

von Andreas Wiedenhaus

„Wir haben hier in St. Remigius einen Kirchenbesucheranteil von knapp fünf Prozent“, erklärt der junge Pfarrer: „Das heißt, dass ich als Seelsorger zu über 95 Prozent der Mitglieder meiner Gemeinde keinen regelmäßigen oder gar keinen Kontakt habe.“ Ein kleiner Teil von ihnen werde vielleicht, durch die Verbände „aufgefangen“, schätzt er, aber „das sind nicht viele“. So habe er es sich zum Ziel gesetzt, den Kontakt aktiv zu suchen.
„Relativ einfach ist das bei Geburtstagsbesuchen“, erzählt Werning. „Ich rufe vorher an und wenn ich willkommen bin, mache ich mich auf den Weg.“ Nicht immer trifft er bei diesen Besuchen auf eine lustige Feier: „Manchmal bin ich der einzige Gast.“ Ein Gast, der sich mit einer Gegeneinladung revanchiert – etwa zum Altennachmittag und das mit dem Hinweis: „Einen kennen sie da dann schon, das bin ich.“ Auch die Krankenkommunion spiele eine wichtige Rolle: „Die Zahl derer, die sie empfangen ist mittlerweile auf 25 gestiegen.“
Doch es seien nicht nur die „offiziellen“ Termine, bei denen es sich lohne, Kontakte zu knüpfen: „Was manchmal vielleicht ein wenig abfällig als Thekenpastoral bezeichnet wird, halte ich auch für wichtig“, meint Werning. Er gehe ganz bewusst zu weltlichen Feiern in Mengede, um Menschen kennenzulernen – auch die, die mit Kirche micht unbedingt „etwas am Hut haben“. „Dann fallen mir gegenüber schon mal deutliche und kritische Worte.“ Sein Angebot, sich unter Umständen noch einmal zu treffen und Dinge zu besprechen, werde aber auch durchaus angenommen.
Menschen kennenlernen, das heißt für einen Seelsorger natürlich auch, die Probleme dieser Menschen kennenzulernen. „Selbstverständlich muss man wissen, wo die eigenen Grenzen sind“, sagt Werning, „gerade, wenn es um psychische oder ähnlich gelagerte Probleme geht.“ Und er fügt noch etwas hinzu, was für ihn „ganz wichtig“ ist: „Das ist hier keine Ein-Mann-Show. Darin sind viele andere mit eingebunden, denn ohne Ehrenamt läuft auch in diesem Bereich nichts.“ Etwa, wenn es darum gehe, Besuche zu organisieren: „Das funktioniert prima über die CaritasKonferenz.“


23.05.2012
Impressum | Kontakt
4002