Kloster Dalheim: Initiative der Denkmalpfleger will Umnutzung von Kirchen begleiten
Kirchen vor dem Abriss bewahren
Dalheim (rs). Sinkende Mitgliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen sowie die Zusammenfassung von Gemeinden in pastoralen Großräumen veranlassen die Kirchen, auch die Immobilien der Gemeinden auf den Prüfstand zu stellen.
Pfarrhäuser und Gemeindezentren werden zur Disposition stehen. Aber auch bei Kirchen wird gefragt werden müssen, ob sie als Gottesdienstraum für eine Gemeinde in der vorhandenen Größe noch notwendig und in der Unterhaltung finanziell tragbar sind. Für manche Nachkriegs-Kirchen werden die Kirchenvorstände um ein sinnvollen Weiterbestehen ringen müssen: verkleinern, umnutzen oder gar abreißen lauten dann die Alternativen. Diesen schwierigen Entscheidungsprozess zu begleiten hat sich nun die Denkmalpflege angeboten.
Auf einer Pressekonferenz im Kloster Dalheim warnte Prof. Dr. Udo Mainzer, Leiter der Denkmalpflege im Rheinland, davor, die Diskussion nur unter emotionalen und ökonomischen Gesichtspunkten zu führen. Kirchen seien ortsbildprägende und städtebaulich prägnante Identifikationsmomente auch für die nichtkirchliche Bevölkerung und gehörten zum kulturellen Allgemeingut. Abgerissen sei schnell, besser sei eine Umnutzung oder vorübergehende Stilllegung.
„Wir wollen die Entscheidungsträger begleiten, um Möglichkeiten zu finden, die Kirchengebäude mit neuem Leben zu füllen, damit sie auf Dauer erhalten werden können.“, ergänzte Dr. Markus Hatzenetter, Leiter der Denkmalpflege im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Die Ämter für Denkmalpflege hätten, gefördert vom Land, ein Projekt gestartet, um alle nach dem Krieg gebauten Kirchen in Nordrhein-Westfalen zu katalogisieren, um dann entscheiden zu können, für welche eine Erhaltung als Baudenkmal infrage komme.
In einem Buch, das in Dalheim vorgestellt wurde, haben Denkmalpfleger dokumentiert, wie die Denkmalpflege helfen konnte, bei vom Abriss bedrohten Kirchen eine geeignete Umnutzung zu finden. Vielfach wurden Gottesdiensträume verkleinert und das Pfarrzentrum in die Kirche integriert oder Konzert- und Veranstaltungsräume geschaffen. Andere wurden ganz oder teilweise zu Begräbniskirchen für Urnen umgebaut. Oder Archive, Bibliotheken und Museen fanden in der Kirche Platz. In die St.-Bernardus-Kirche in Oberhausen-Sterkrade beispielsweise zog in eine Hälfte ein Gastronomenteam mit seinem Restaurant ein.
Aus der St.-Peter-Kirche in Mönchengladbach-Waldhausen wurde sogar eine Sporthalle für Kletterfreunde. In all diesen Fällen blieb aber das Kirchengebäude in seiner äußeren Gestalt erhalten und wurde die innere Umgestaltung sehr sensibel vorgenommen, wie Dr. Ulrich Renke vom LWL-Amt für Denkmalpflege betonte.&nb







