Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Kirche mit weiblichem Gesicht

Engagierte Frauen spielten in der vergangenen Woche eine besondere Rolle im Erzbistum Paderborn. Bei der Aktionswoche der Frauengemeinschaft (kfd) sowie beim Treffen der Pfarrsekretärinnen im Paderborner Liborianum gaben Frauen den Ton an.

Christian Schlichter (45), Chefredakteur des DOM

Da umarmen sie ihre Kirche, voller Inbrunst. Nicht unkritisch aber letztlich in der festen Gewissheit, dass sie ihr Zuhause ist. Eine klare Geste von kfd-Frauen, die mittlerweile zwar gelernt haben, auch mit Kirchenoberen in den Clinch zu gehen, das aber von ihren Emotionen zu trennen wissen.
Auch der Job im Pfarrsekretariat ist rein weiblich. Sie sind das Rückgrat jeder Gemeinde. Pfarrsekretärinnen nehmen in der Kirche von Morgen eine ganz zentrale Stelle ein. Und bei aller Belas­tung und Anforderung tun sie ihren Dienst gern.
„Ohne uns wäre die Kirche arm“, sagen die kfd-Frauen ganz selbstbewusst und wissen, dass sie als Frauen es sind, die so viele Dienste in der Kirche tun. „Wenn die Belastung zu groß wird oder auch noch unsere Arbeit als Ehrenamt eingefordert wird, dann wird das Engagement schwer“, heißt es bei mancher Pfarrsekretärin.
Beide Aussagen markieren für die Kirche in ihrem derzeitigen Wandel ganz wichtige Signale: Es gibt die Frauen, die noch dabei sind, die Kirche aktiv halten. Aber es sind nicht mehr die „Muttchen“ von früher. Engagierte, gut ausgebildete, intelligente Frauen von heute haben Emanzipation so verstanden, dass sie gefragt und geschätzt werden wollen. Nur wenn sich die jeweils männlichen Vertreter der Kirche vor Ort in Pfarrhaus oder Gremien dessen bewusst sind, hat die Kirche weiter eine Chance.


23.05.2012
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