Sozialinstitut Kommende nach Umbau wieder eröffnet
Kernthema Gerechtigkeit
Dortmund. Nach 14-monatiger Renovierung ist die Kommende, das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn wieder eröffnet worden. Nach einer Vesper in der Kapelle segnete Weihbischof Manfred Grothe die Räume. Hauptthema der Festakademie war die soziale Gerechtigkeit.
von Matthias Nückel
„Die Vision Gerechtigkeit ist das Thema, das seit über 60 Jahren in der Kommende eine Rolle spielt“, sagte der Direktor des Sozialinstitutes, Prälat Dr. Peter Klasvogt, und versprach: „Wir legen uns auch weiter für eine menschenwürdige Arbeit ins Zeug.“ Zuvor hatte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider die soziale Gerechtigkeit als Schlüsselfunktion des Hauses bezeichnet. Dabei gehe es jedoch nicht um Gleichmacherei. „Es geht vielmehr darum, allen Menschen die gleichen Möglichkeiten zu geben, damit sie sich entfalten können“, so der SPD-Politiker.
Schneider beklagte die zunehmende Ungerechtigkeit durch Niedriglöhne und Arbeitslosigkeit. Gesellschaftliche Beteiligung hänge jedoch immer von der Beteiligung an der Arbeit ab. Zur Erwerbsarbeit gehöre immer auch, dass man damit seinen Lebensunterhalt verdienen könne. „Einen gerechten Lohn gibt es nicht“, stellte der Minister fest, „aber ein fairer Lohn ermöglicht es, sein Leben selbst zu finanzieren.“
Dass beim Thema soziale Gerechtigkeit der Bildung eine zentrale Rolle zukommt, machten sowohl Schneider in seinem Festvortrag als auch Weihbischof Manfred Grothe in seiner Predigt während der Vesper deutlich. „Bildung ist die Voraussetzung für Lebenschancen“, betonte Schneider. „Leben und Zukunft des Menschen werden von Bildung beeinflusst“, stellte Weihbischof Grothe fest. Deshalb sei die Kirche verpflichtet, im Bildungswesen mitzuarbeiten. „Erziehung und Bildung müssen dazu führen, dass der Mensch seine volle Selbstbestimmung erreicht, damit er frei wird für die Menschen und Gott“, so der Weihbischof.
Dazu leistet auch die Kommende ihren Beitrag. Und mit der Renovierung setzte das Erzbistum ein deutliches Signal: „Dies waren hier keine Abbruch-, sondern Aufbauarbeiten“, betonte Klasvogt. Und die Dortmunder Bürgermeisterin Birgit Jörder dankte dem Erzbistum Paderborn, dass es sich für die Investition am Standort Dortmund entschieden habe. „Dortmund und die Region profitieren in besonderer Weise vom Angebot der Kommende“, so Jörder.
Während der Umbauarbeiten war der Betrieb der Kommende weitergelaufen. Sowohl Klasvogt wie auch der Kuratoriumsvorsitzende Otto Kentzler dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass sie die damit verbundenen Belastungen auf sich genommen haben. Kentzler hob zugleich hervor, dass jetzt ein Haus mit modernster Technik zur Verfügung stehe.
Dass es beim Umbau nicht zuletzt darum ging, Altes mit Neuem zu verbinden, machte Diözesan-Baumeisterin Emanuela von Branca bei der Übergabe des Hauses deutlich. „Die Umgebung mit dem Stiftsgebäude und den Gebäuden aus den 50er- und 70er-Jahren zu verbinden, war eine spannende Aufgabe“, sagte sie. Das Ergebnis zeigt, dass dies sehr gut gelungen ist.
Schlusspunkt und weiterer Höhepunkt des Festaktes war die Bekanntgabe des Unternehmerpreisträgers 2012. Die Hering-Unternehmensgruppe aus Burbach wird beim Unternehmertag im nächsten Jahr den Preis erhalten.







