Die Luftbild-Reihe „Kirche von oben“ stellt in ihrer vorerst letzten Folge St. Peter und Paul in Lage vor
„Keimzelle der Stadtentwicklung“
Lage (rtl). Da bedarf es doch eines zweiten Blicks aus der Luft, so ähnlich sind sich die katholische Kirche St. Peter und Paul in der Schillerstraße im lippischen Lage und die unweit davon entfernt gelegene evangelisch-lutherische Kirche Heilig Kreuz bei flüchtiger Betrachtung. Das liegt vor allem an den weißen, hoch aufragenden Türmen der beiden in den 1950er-Jahren erbauten Kirchen.
Dabei reicht die Geschichte der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul deutlich weiter in die Vergangenheit zurück, als es das Baujahr der Kirche vermuten ließe. Bereits 1274 wird die heute evangelisch-reformierte Marktkirche St. Johann erstmals mit ihrem Pfarrer Jordan erwähnt. Diese damals noch katholische Kirche gilt für die Entwicklung Lages als „Keimzelle der Stadt“, denn sie zog Siedler an. Im 14. Jahrhundert gehörte die Pfarrei zum Archidiakonat Lemgo.
Als der katholische Pfarrer 1539 verdrängt und der Protestantismus eingeführt wurde, kam das katholische Leben in Lage für lange Zeit zum Erliegen. Anfang des 19. Jahrhunderts erst kamen die ersten Katholiken nach Lage zurück.
Doch es dauerte noch bis 1881, bis in der Mietwohnung des Kaufmanns Heinrich Wewler wieder ein Gottesdienst gefeiert werden konnte. 1894 schließlich wurde Lage Missionsvikarie mitsamt Kapelle in der Wohnung des Vikars.
1897 konnte mithilfe des Bonifatiusvereins eine Kirche erbaut und ein Jahr später eingeweiht werden. Die Missionsvikarie wurde 1899 zur Pfarrei erhoben. 1931/32 wurde die Kirche für die wachsende Gemeinde erweitert.
Als, bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, mehr und mehr Heimatvertriebene nach Lage kamen, reichte aber auch dieser Platz nicht mehr aus, sodass 1955 ein Gelände für eine neue Kirche gekauft wurde. 1959 weihte Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger den Neubau St. Peter und Paul, der nach einem Entwurf von Aloys Sonntag entstand.
Momentan zählt die Gemeinde St. Peter und Paul, die zum Dekanat Bielefeld-Lippe gehört und mit der Pfarrei St. Michael in Oerlinghausen den Pastoralverbund Lippe-West bildet, 3 484 Katholiken.







