Erzbischof Becker feierte Pontifikalamt zum Doppeljubiläum des Klosters Brede in Brakel
In den Fußspuren Jesu
Brakel. Das Doppeljubiläum des Klosters Brede in Brakel haben die Schwestern mit Erzbischof Hans-Josef Becker bei einem Pontifikalamt gefeiert. Das Kloster Brede besteht seit 525 Jahren und die Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau wurde vor 175 Jahren gegründet (Der DOM berichtete).
Bei seiner Predigt in der Bredenkirche sagte Erzbischof Becker: „Christsein ist von allem Anfang an die Aufforderung, an dem Ort, an dem wir leben und arbeiten, die Spur Jesu Christi fortzuschreiben.“ Christen seien berufen, den eigenen Weg so zu gehen, wie ihn wohl Jesus selbst gegangen wäre. Es komme darauf an, die Spuren Jesu in der Welt zu studieren, zu verstehen und zu deuten: Jesu Spuren, wie sie in den Evangelien überliefert seien, die Spuren in den Lebensgeschichten von Menschen und auch im eigenen Leben: Die Erfahrungen von Heil, von gelingenden Beziehungen, von Treue, von innerer Freiheit und Aufrichtigkeit auch inmitten widriger Umstände.
Wer der Spur des auferstanden Christus folgen und den Menschen das Evangelium verkünden wolle, müsse sich in recht verstandenem Gehorsam einstimmen auf die Lebensmelodie Christi, sagte Erzbischof Becker weiter. Nicht das eigene Ego sei der Maßstab oder die Triebfeder des Dienstes, sondern das „Sich-Christus-Zur-Verfügung-Stellen“. „Es muss darum gehen, gegen die eigene Schwerkraft, gegen eigene Wünsche, Phantasien und Projektionen den Weg der Jünger Jesu zu wählen und in einer Haltung echter Dienstbereitschaft in der Kirche vor Ort zu arbeiten.“
Der segensreiche Weg klösterlichen Lebens auf der Brede habe 1483 mit der durch die Brüder Bernd und Diedrich von der Asseburg vorgenommenen Klostergründung „Up der Breden“ begonnen, erinnerte Erzbischof Becker. Die „Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau“ seien ab 1850 nicht nur für sich persönlich zu Spurenlesern des Weges Jesu Christi geworden, vielmehr hätten sie das Vermächtnis Jesu, seinen missionarischen Auftrag an die Jünger ernst genommen. „Aufgrund ihrer besonderen Berufung und auf der Grundlage ihrer Glaubenserfahrung machten sie sich selbst auf, junge Menschen unterschiedlicher Herkunft dazu zu befähigen und zu ermutigen, zu gut ausgebildeten Erwachsenen heranzureifen und den Weg gläubiger Spurensuche zu gehen.“
Erzbischof Becker ermutigte die Kongregation der Armen Schulschwestern, in ihrer konkreten Berufung, in der Bildung, Begleitung und Erziehung junger Menschen weiter Spurensucher und Wegbereiter zu sein. „Lassen Sie nicht darin nach, im persönlichen Gebet, in der Mitfeier der Eucharistie und der ganzen Bandbreite der Liturgie der Kirche, in geistlicher Begleitung und Einkehr, aber auch in religiöser Fortbildung und einer fortwährenden Horizonterweiterung immer mehr der Spur Jesu Christi zu folgen und in seine Fußspuren zu treten.“ Es sei eine „geistliche Wachstumsaufgabe“, Sorge dafür zu tragen, in der Heiligen Schrift verwurzelt zu sein, im Gebetsleben der Kirche einen Anker zu haben, innerlich lebendig zu bleiben „und im Bewusstsein der reichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch der Einschränkungen und Grenzen, innere Freude und bleibende Erfüllung im Dienst der Kirche zu finden“.
Die Kongregation der „Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau“ wirkt seit 1850 im Kloster Brede. Sie wurde 1833 in Bayern von Schwester M. Theresia Gerhardinger gegründet.pdp







