kfd St. Lambertus in Ense-Bremen feiert ihr 75-jähriges Bestehen
Hoffnung aus Erinnerung heraus
Ense. Stolz und Bewunderung empfinden Anette Pantel und Rosemarie Robbert, wenn sie an die Gründerinnen ihrer kfd St. Lambertus Ense zurückdenken. „Denn 1933 waren das viel schwierigere und andere Zeiten als heute“, sind sich die beiden Vorstandsmitglieder einig. Am Sonntag, 19. Oktober, feiern sie das 75-jährige Jubiläum der kfd-Ortsgruppe. Für ihre langjährigen Mitgliederinnen haben sie sich dazu etwas besonderes einfallen lassen.
von Birger Berbüsse
„Die Geschichte unserer kfd liegt leider etwas im Dunkeln“, bedauert „Teamsprecherin“ Anette Pantel. So gebe es keine Dokumente über die Gründung der Ortsgruppe im Herbst 1933. „Wir kennen lediglich die Namen der drei Gründerfrauen“, fährt die 54-Jährige fort, „die hat Jahre später mal jemand aufgeschrieben.“ Der „Mütterverein“, wie er damals noch hieß, sei ziemlich geheim gewesen. Hitler habe die Kirche nun mal nicht so gerne gesehen. Trotz aller Widrigkeiten sei der Verein jedoch ständig gewachsen: 1000 Mitglieder zählt die kfd St. Lambertus derzeit.
Als vor drei Jahren der aktuelle Vorstand ins Amt kam, habe der gleich festgelegt, dass das 75-jährige Jubiläum besonders gefeiert werden sollte. Neben den Festlichkeiten wollten die Frauen noch etwas nachholen. „In all den Jahren hat es in unserer kfd nie Mitgliederehrungen gegeben“, weiß Schriftführerin Rosemarie Robbert. Der Grund dafür: Neubeitritte wurden in den ersten Jahrzehnten nicht vermerkt. „Darüber waren wir natürlich nicht glücklich“, erklärt die 56-Jährige, „schließlich wollten wir den Frauen, die schon so lange dabei waren, zumindest ein kleines Dankeschön sagen.“
Also machte sich die kfd daran, wieder Licht in ihre Vergangenheit zu bringen. Es gab einen Sonderauftrag für die 75 Mitarbeiterinnen, die die kfd-Zeitschrift verteilen und den Mitgliedsbeitrag einsammeln. „Das machen wir immer noch persönlich, weil wir so nah dran sind an den Frauen und Kontakt pflegen können“, sagt Anette Pantel. Nun mussten sie alle Frauen auf ihrer Route fragen, wann sie eingetreten seien. Einige hätten dies sofort gewusst, andere aber auch erst nach einigen Überlegungen. „Andere wiederum wussten, dass sie gleichzeitig mit einer Freundin eingetreten waren. Die haben sie dann gefragt und hatten das Datum“, erinnert sich die Teamsprecherin. Ziemlich spannend und interessant sei das für alle gewesen, ist sie sich mit Rosemarie Robbert einig. Die Auswertung der Daten habe 144 Frauen ergeben, die seit 50 Jahren oder länger Mitglied sind. „Eine ist sogar seit 70 Jahren dabei“, zeigen sich die beiden Vorstandsmitglieder begeistert. Im Rahmen des jährlichen Frauennachmittags in der Lambertuswoche seien diese dann mit einer Urkunde und Blumen geehrt worden. „Die Frauen waren richtig dankbar und ergriffen, dass sie jetzt noch geehrt wurden“, erinnert sich Rosemarie Robbert.
Das eigentliche Jubiläum feiert die kfd St. Lambertus an diesem Sonntag, den 19. Oktober. Beginn ist um 10.15 mit einem Festgottesdienst, den die Frauengruppe selbst gestalten wird. Ab zwölf Uhr geht es dann in der Bremer Schützenhalle weiter. Dazu seien natürlich alle, nicht nur die kfd-Frauen, eingeladen. Das Jubiläum steht unter dem Motto: „Wer eine Hoffnung gewinnen will, muss eine Erinnerung wecken“ – an jene Frauen, die die kfd St. Lambertus ins Leben riefen und so lange begleitet und geformt haben.







