160 Frauen beim Frauenfrühstück in Witten
„Hören wir auf, zu verurteilen“
Witten. „Ich wünsche mir eine Freundin, Gott, habe ich oft gebetet“, gestand Christina Brudereck in ihrem Vortrag: „Freundin, Feindin – was Frauen einander bedeuten“ beim christlichen Frühstückstreffen für Frauen. Rund 160 Damen lauschten gebannt, was die 41-jährige Referentin Biografisches und Lyrisches zum Thema zu sagen hatte.
von Ingrid Piela
Die Theologin und Autorin Christina Brudereck wollte eine gute Freundin sein und betete: „Zeige mir, Gott, wie ich eine gute Freundin werde.“ Auch kam ihr der Gedanke, vielleicht sei Gott ja die allerbeste Freundin? Empfindlich, nachtragend, unsicher sei das Verhältnis von Frauen untereinander. Frauen seien einander wie Giftspritzen, aber auch Quelle der Kraft. „Schwestern lästern ist von gestern. Liebe Frauen, hören wir auf, zu verurteilen“, appellierte sie an das durchweg weibliche Publikum – wenn man von Oliver Röhling absieht, der dafür sorgte, dass die Technik in der Holzkamp-Gesamtschule funktionierte. Denn der Vortrag wurde auch dieses Mal wieder auf CD gebrannt und konnte käuflich erworben werden.
Im 20-sten Jahr findet in Witten bereits das überkonfessionelle christliche Frühstückstreffen statt. Und da die Veranstaltung in diesem Jahr im „Frauenmärz“ stattfand, schauten auch die Wittener Bürgermeisterin Sonja Leidemann und ihre Gleichstellungsbeauftragte Maria Grothe vorbei.
Beide würdigten das Engagement der Frühstücksfrauen im Team um Bettina Blecker-Junge. Zweimal im Jahr bereiten die Damen ehrenamtlich ein fürstliches Frühstück mit knackigen Brötchen, Rührei und Lachs, sowie Kaffee, Tee und Saft vor.
Bettina Blecker-Junge: „Uns verbindet der gemeinsame Glaube an Jesus Christus. Wir merken, dass uns der Glaube trägt.“ Man wolle ein Forum bieten, in dem Fragen an den christlichen Glauben in allen Lebensphasen gestellt werden könnten. Die überkonfessionellen Treffen finden in Deutschland in über 220 Städten statt. Der Ursprung geht auf eine kleine Gruppe Frauen zurück, die sich vor fast 30 Jahren erstmals in der Schweiz trafen, um sich über Lebens- und Glaubensfragen auszutauschen.
Nach dem gemütlichen Frühstück steht jeweils ein Impulsvortrag auf dem Programm. In einer Gesprächspause können sich die Damen zum Thema austauschen, bevor die Referentin fortfährt. Den musikalischen Rahmen bot in Witten Elke Peter am Flügel mit klassischen Stücken von Bach und Schumann und dem Ragtime „Bethena“ von Scott Joplin.







