Hilfsaktion der Mescheder Kirchengemeinden in Berge, Visbeck, Calle und Grevenstein für Ungarn
Hilfe für Lengyeltóti
Meschede-Berge. Mehr als 180 Tonnen Kleidung, Spielzeug, Bettwäsche und andere Hilfsgüter haben sie in den vergangenen Jahren zu notleidenden Menschen in Ungarn transportiert: Helfer der Kirchengemeinde St. Luzia in Meschede-Berge und Visbeck in Zusammenarbeit mit den Gemeinden in Calle und Grevenstein. Die Resonanz auf die jüngste Hilfsgütersammlung war nach Angaben der Organisatoren auch wieder sehr gut. Schon vorzeitig musste die Sammelaktion beendet werden, weil die Kapazitätsgrenze der Lkws erreicht war.
von Stefan Pieper
Ende November fuhren dann ein 40-Tonnen-Mega-Liner sowie ein Acht-Tonner-Lkw in Richtung Ungarn. Die Aktion fand bereits zum neunten Mal in Zusammenarbeit mit den Gemeinden in Calle und Grevenstein statt. In diesem Zeitraum wurden über 180 Tonnen gut erhaltene Bekleidung, Spielzeug, Bettwäsche, Bettzeug, Wolldecken und anderen Dingen des täglichen Lebens den Not leidenden Menschen in Ungarn zur Verfügung gestellt.
Außer der Stadt Lengyeltóti profitieren neun weitere Dörfer der Kleinregion am südlichen Balaton von den Spenden. Die Verteilung vor Ort erfolgte durch die Kirchen, Ortsbürgermeister und das Sozialamt. In diesem Jahr wurde der Transport von Günter Schmidt und Organisator Wilhelm König begleitet. „Wenn ich es nicht mit meinen eigenen Augen sehen würde, könnte ich es nicht glauben. Ich hätte nie gedacht, dass es in Europa noch solche Zustände und Armut gibt“, beschreibt Günter Schmidt die Situation vor Ort. Ungarn ist in 40 Kleinregionen aufgeteilt. Die Region um Lengyeltóti steht was den Wohlstand angeht auf Rang 33 und zählt somit zu den ärmsten Regionen. Arbeit gibt es dort nur sehr wenig und auch dann nur saison- und gelegenheitsbedingt. „Fehlende Arbeit und Alkohol sind dort die größten Probleme“, hat Wilhelm König vor Ort festgestellt. Das führt dazu, dass die Jüngeren vom Dorf in die Städte ziehen. Die Dörfer überaltern, die Häuser verfallen nach und nach und die Armut wächst.
Unter diesen Umständen sind die Hilfsgüter aus dem Sauerland heiß begehrt. „Schon seit Anfang Oktober, bekomme ich Anfragen, wann wir kommen“, erklärt der 57-jährige König. Die Verteilung vor Ort erfolgt völlig unbürokratisch an alle Bedürftigen. In großen Hallen wird die Bekleidung auf Tischen ausgebreitet. Straßenweise werden die Menschen hereingeholt und dürfen sich die passende Bekleidung aussuchen. „Es ist für alle wie eine Weihnachtsbescherung“, freut sich Wilhem König.
Vor 27 Jahren ist er erstmals beim Jagen auf die kleine Region aufmerksam geworden. „Dann waren die Grenzen offen, die Probleme blieben jedoch“, erklärt er sein Engagement für Lengyeltóti. Dank der Unterstützung heimischer Firmen und kirchlicher Vereine ist es für ihn möglich, die jährlichen Hilfsgütertransporte zu organisieren.
In diesem Jahr überraschte er den 79-jährigen Pfarrer Karoly Gyuriga aus Lengyeltóti.
Er ist trotz seines Alters ein hoch motivierter Seelsorger. Anlässlich seines 55-jährigen Priesterjubiläums bekam er eine in liebevoller Handarbeit gestaltete Stola der Paramentengruppe Grevenstein überreicht.







