20 Jugendliche freuen sich über Hauptschulabschluss / Maßnahme von IN VIA und Caritasverband
Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Dortmund. Sie haben es geschafft: Stolz zeigen 20 Jugendliche ihre Zeugnisse über den bestandenen Hauptschulabschluss. Noch vor einem Jahr konnten sie davon nur träumen. Alle hatten die Schule ohne Abschluss verlassen. Dass sie diesen nun erfolgreich nachholen konnten, verdanken sie der Teilnahme an einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) bei IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit und dem Caritasverband Dortmund. Beide Träger führen diese Maßnahmen im Auftrag der Agentur für Arbeit Dortmund durch.
„Ziel der BvBs ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 24 Jahren, die noch keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben, diejenige Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen, um in einem Beruf oder einer Arbeitsstelle erfolgreich sein zu können“, erläutert IN VIA-Geschäftsführerin Annette Strehl-Pottmeyer das Konzept der Maßnahmen. Dazu gehöre auch der gesetzliche Anspruch, einen Hauptschulabschluss nachzumachen.
24 Teilnehmende entschlossen sich, diese Möglichkeit zu ergreifen und damit ihre Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu erhöhen. Das bedeutete für sie, in nur neun Monaten alles das nachzuholen, was sie im normalen Schulsystem nicht erarbeiten konnten. Klaus Neumann, Abteilungsleiter des Caritasverbandes: „Sowohl Schüler als auch Lehrer sind dabei stark gefordert und müssen einiges leisten.“ Die Prüfung, so der Abteilungsleiter, werde extern abgenommen. Freiwillige Unterstützungsangebote an Samstagen gehörten ebenso zum Pensum wie die Möglichkeit, nach dem Unterricht mit den Lehrern noch Fragen und Probleme zu besprechen. Auch gezielte Einzelförderung gab es. Dass sich dieser Einsatz lohnt, betont Stefan Kulozik, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund: „Die Jugendlichen können wirklich stolz auf sich sein, sie haben einen langen und schwierigen Weg zurückgelegt.“ Nun hätten sie das nötige Rüstzeug für eine Ausbildung.
Bestanden haben schließlich 20 die Prüfungsaufgaben, die in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch, Biologie, Hauswirtschaft sowie Politik und Geschichte gestellt wurden. Zwei Jugendliche waren nicht erschienen, eine fehlte krankheitsbedingt. Nicht bestanden hat nur eine der BvB-Teilnehmerinnen, die aber die Chance auf eine Nachprüfung hat. Lob gab es nach der externen Prüfung sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer von IN VIA und Caritas. Ohne deren Engagement, so die Einschätzung der Prüfer, wären die Absolventen nicht so erfolgreich gewesen.
Mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 haben die 20 Jugendlichen ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Berufsmarkt deutlich erhöht. Bis auf vier haben laut Auskunft von IN VIA und Caritas alle eine Anschlussperspektive. Einige haben Ausbildungs- oder Arbeitsplätze in Aussicht, andere werden weiter zur Schule gehen.
Hintergrund
In den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen werden die Teilnehmer in verschiedenen Berufsfeldern qualifiziert: Gesundheit/Soziales, Kosmetik/Körperpflege, Wirtschaft/Verwaltung, Hotel/Gaststätten/Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie Lager/Handel. Der theoretische Teil der Kurse findet an fünf Standorten in Dortmund statt, der praktische an sieben. So gibt es etwa für den neu eingerichteten Bereich Körperpflege und Kosmetik Übungssalons. Für das Berufsfeld Hotel/Gaststätten/Hauswirtschaft wurde ein Bistro mit Außengastronomie eingerichtet. In den ersten beiden Wochen des Lehrgangs findet eine Eignungsanalyse statt, bei der die Jugendlichen verschiedene Berufe kennenlernen. Stärken und Entwicklungspotenziale sollen deutlich werden. Danach werden sie in den unterschiedlichen Gruppen gefördert. Einen Tag der Woche haben sie Berufsschule, mindestens einen Tag werden sie bei IN VIA qualifiziert, die übrige Zeit verbringen sie im Praktikum bei Kooperationsbetrieben des Trägers. Im Durchschnitt, so die IN VIA-Verantwortlichen, haben die Teilnehmer an den BvBs gute Aussichten, beruflich Fuß zu fass







