Grabeskirche Liebfrauen stellt 300 Urnenplätze zur Verfügung
Grabstätte für Unbedachte eingeweiht
Dortmund (pdp). Rund 260 Verstorbene werden jedes Jahr von der Stadt Dortmund anonym beigesetzt. Für diese sogenannten „Unbedachten“ hat sich nach ihrem Tod kein Verantwortlicher gezeigt. In der Grabeskirche Liebfrauen an der Amalienstraße wurde eine Grabstätte für Unbedachte eingerichtet und jetzt eingeweiht.
Pfarrer Alfons Wiegel, langjähriger Wohnungslosenseelsorger und Propst Andreas Coersmeier feierten die Einweihung. 300 Urnenplätze gibt es in der Grabstätte für mittellose Verstorbene, in erster Linie Wohnungslose. Sie können in einem Testament verfügen, dass sie dort beigesetzt werden möchten. Ansprechpartner dafür ist Pfarrer Alfons Wiegel. Die Grabstätten stellt die Grabeskirche Liebfrauen für 20 Jahre kostenlos zur Verfügung. Die Beisetzung hier erfolgt nicht mehr anonym. Der Name jedes Verstorbenen steht auf einer eigenen Tafel, die an der Grabstätte für Unbedachte angebracht ist. Zu jeder Beisetzung gibt es eine Trauerfeier.
Bereits 2009 hatten sich die evangelische und die katholische Kirche gegen das erinnerungslose Verschwinden von Menschen gewandt und zusammen mit der Stadt Dortmund zu ökumenischen Gottesdiensten eingeladen, in denen der Verstorbenen gedacht wird, um ihnen ein Stück ihrer Würde zurückzugeben. Seitdem stehen die Namen der Verstorbenen auch in einer gemeinsamen Todesanzeige. Die ökumenischen Gottesdienste werden in jährlichem Wechsel in einer evangelischen und einer katholischen Kirche gefeiert. In diesem Jahr finden sie in der Grabeskirche Liebfrauen statt. Der nächste ökumenische Gottesdienst für Unbedachte wird hier am 8. November um 17 Uhr gefeiert.
Die Grabeskirche wurde 2010 in der früheren Pfarrkirche Liebfrauen eingerichtet und verfügt über 4500 Urnenplätze. Die in dunklem Metall (Baubronze) gestalteten niedrigen Urnenkammern erinnern in Form und Anordnung an Kirchenbänke.







