Aktuelle Ausgabe
2012-20

Innovatives Projekt zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen

Golf eröffnet Perspektive

Das Team fürs Grün: Mitarbeiter von Einrichtungen der Caritas-Wohn- und Werkstätten sollen in Zukunft den Golfplatz in Paderborn betreuen.

Paderborn. Sven Uhrmeister schaut über die gepflegte Rasenfläche und lächelt: „Mir gefällt vor allem die tolle Atmosphäre hier und die Arbeit in der freien Natur und an der frischen Luft.“ Die sieben Kollegen um ihm herum nicken ebenfalls zufrieden: „Alles bestens!“ Seit einigen Wochen bilden die acht Männer das „Greenkeeping“-Team auf dem Golfplatz der gemeinnützigen Haxterpark GmbH. Sie sind Mitarbeiter der Caritas-Wohn- und Werkstätten und waren bisher in den Schlosswerkstätten beschäftigt.

von Andreas Wiedenhaus 

Insgesamt zehn Menschen mit Behinderungen haben auf dem Paderborner Golfplatz eine berufliche Perspektive für den ersten Arbeitsmarkt gefunden: In dem gemeinsamen Projekt der Caritas-Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn (CWW) und der Haxterpark GmbH werden acht von ihnen über ein Jahr für die Pflege der Anlage ausgebildet, zwei für die Gastronomie. Danach sollen alle einen festen Arbeitsplatz auf einem 18-Loch-Golfplatz erhalten, der zurzeit gebaut wird.

„Die Arbeitsplätze auf dem Areal sind wie geschaffen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Förderhintergrund“, ist sich Haxterpark-Geschäfstführer Helmut Böhmer sicher: „Gerade Greenkeeper bekommen von den Spielern viel Anerkennung für ihre Arbeit, das ist sehr wichtig!“ Als Betreibergesellschaft, so Böhmer, habe die Haxterpark gGmbH einschlägige Erfahrungen bei Sportangeboten für Menschen mit Behinderungen: „Diese Sportart ist in dieser Hinsicht geradezu ideal – und das eben nicht nur für die Aktiven!“ 

Eine Einschätzung, der Klaus-Heiner Kaufmann uneingeschränkt zustimmt: Mit dem Golfplatz-Projekt wird nach Ansicht des Geschäftsführers des Bereiches Werkstätten im CWW, der Anspruch, Menschen mit Behinderungen einen echten Zugang zum Arbeitsleben zu ermöglichen, beispielhaft erfüllt: „Die Mitarbeiter, die bislang in den Werkstätten beschäftigt waren, haben hier optimale Voraussetzungen, um Potenziale zu entdecken und weiterzuentwickeln.“ Die nötige Begleitung sei ebenfalls sichergestellt: Um die Werkstatt-Beschäftigten während der einjährigen Ausbildung zu unterstützen und anzuleiten, wurde eine Fachkraft aus dem Bereich Greenkeeping angestellt.

Gefördert wird das Projekt über ein Jahr mit 86000 Euro vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Wie wichtig gerade die kontinuierliche Begleitung auf dem Weg in den ersten Arbeitsplatz ist, unterstreicht Birgit Doll, Integrationsassistentin der Schlosswerkstätten: „Menschen mit Behinderungen brauchen sehr viel Sicherheit, Stabilität und ihnen bekannte Bezugspersonen.“ Erfahrungsgemäß dauere es eine Zeit, bis Mitarbeiter den Schritt aus dem geschützten Raum einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in ein anderes Umfeld täten. Vorteil dieses Projektes sei es, dass alle Veränderungen langsam vonstatten gehen könnten. Trotzdem erfordere eine solche Entscheidung „viel Mut“.

Mut, wie ihn Sven Uhrmeister und seine Kollegen bewiesen haben.


23.05.2012
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