Aktuelle Ausgabe
2012-20

Pflegedienste im Kreis Soest wollen faire Vergütung für Familienhelferinnen

Gelbe Karte als Hilferuf

Zeigen den Krankenkassen die Gelbe Karte: Vertreter der Pflegedienste im Kreis Soest.

Kreis Soest. Gelb. Das ist die Farbe, die an der Ampel anzeigt: Gleich ändert sich was. Und im Fußball wird damit signalisiert: Vorsicht, so nicht. Gelb ist auch die Karte, die die Vertretung der Pflegedienste im Kreis Soest (VAP) den Krankenkassen AOK, LKK und BKK entgegenhält. 

Mit der Aktion „Gelbe Karte“ reagieren die organisierten Pflegedienste im Kreis Soest auf eine für sie unerträgliche Situation. Es geht u.a. um die Familienpflege, bei der – oft für mehrere Wochen – eine Fachkraft in die Familie geschickt werden muss, wenn die Mutter erkrankt und eine innerfamiliäre Hilfe nicht zu organisieren ist. Dann springt eine Familienpflegerin ein. Ihr Einsatz kostet je nach Qualifikation pro Stunde zwischen 30 und 40 Euro – doch die Kassen wollen nur 19 Euro zahlen.

„Die Hilfe ist Pflicht der Kassen“, betont Peter Wawrik, Sprecher der VAP, der derzeit mit den Kassen verhandelt. Dabei geht es um die angemessene Bezahlung der Familienhelferinnen, die die Mutter oft mehrere Wochen lang in allen Bereichen des täglichen Lebens ersetzen müssen. „Die Helferinnen sind mehr als eine Reinigungskraft“, betont Wawrik. 

Peter Wawrik hofft, eine angemessene Vergütung für die Familienpflege aushandeln zu können. Auch bei den Themen Benzinkosten, Personalkostensteigerungen und Anhebungen der Vergütungssätze der Behandlungspflegen besteht noch Handlungsbedarf. Aus Sicht der VAP konnten in den genannten Bereichen bislang noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse erreicht werden. Die Gelbe Karte sei daher (wieder einmal) die erste Aktion für bessere Rahmenbedingungen der häuslichen Pflege im Kreis Soest, heißt es in einer Pressemitteilung der Interessenorganisation.

 

 


23.05.2012
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