Ein Teilnehmer des Mannheimer Auftakttreffens berichtete dem Dekanat-Pastoralrat Herford-Minden
Gedanken zum Kirchen-Dialogprozess
Löhne. Zur ersten Sitzung des Dekanat-Pastoralrates (DPR) hatte der neue Dechant des Dekanates Herford-Minden, Pfarrer Manfred Pollmeier, als besonderes Schmankerl Hans-Georg Hunstig eingeladen, um zum Thema: „Neuen Aufbruch wagen – vom Dekanat Herford-Minden über Paderborn nach Rom“ neue Gedanken zum Dialogprozess der Kirche zu erfahren.
von Alfred Lehmich
Georg Hunstig, Rechtsanwalt und Notar aus Hövelhof, war viele Jahre Vorsitzender des Diözesankomitees und Teilnehmer am Dialogprozess der deutschen Bischöfe im Jahre 2010 in Mannheim. Aufgrund dieser Erfahrung Hunstigs erhoffte man sich eine Glaubensstärkung auf Dekanats–ebene.
Der Referent vermittelte seine Gedanken anhand von zehn verschiedenen Bildern. So zeigte das erste Foto eine 1724 erbaute Kapelle an der See, die durch Sandstürme rund 850 Meter ostwärts verschoben wurde. Hierzu die Frage des Referenten an die Zuhörer: „Was ist bei uns versandet?“ – „Wir müssen uns neu orientieren und unsere Zukunft mit ,Osteraugen‘ und nicht mit ,Karsamstagsaugen‘ betrachten.“
Ein weiteres Foto zeigte ein Mosaik, auf dem fünf Brote und drei Fische zu sehen waren. Schaute man genau hin, so waren nur vier Brote zu sehen. Dazu der Gedankenanstoß an die Zuhörer: „Das fünfte Brot sind wir mit der Aufforderung: Gib den Menschen zu essen“.
Weitere Bilder bezogen sich auf die Fußwaschung, verbunden mit dem Gedanken, hinzuschauen, wenn andere wegschauen – mitzufühlen, auch wenn das leider schwer zu ertragen sei.
Das nächste Foto bezog sich auf den 2. Ökumenischen Kirchentag: „Damit ihr Hoffnung habt“. Dieser Kirchentag habe deutlich gemacht, dass wir gemeinsam den Weg gehen sollen, so Hunstig.
Als nächstes forderte Hunstig die Teilnehmer auf, sich über ihre eigenen Glaubensquellen Gedanken zu machen und sie zu benennen. Dabei wurden spontan folgende persönlichen Quellen benannt: „Glaubensleben als Hilfe in Lebenskrisen“, „Dazu ein kräftiges Trotzdem“, „Unkomplizierter Umgang untereinander, zum Beispiel Eltern-Kinder“, „Als kontinuierliche Quelle: Viele Menschen in unterschiedlichen Gemeinden“, „Im Glauben nicht allein stehen“, „Kraftquelle Gottesdienst“, „Frühkindliche Glaubenserfahrung – auch bestürzende Erfahrung“, „Antworten auf Lebensfragen im Gottesdienst“, „Ostwestfalens Dias pora“.
Die nächsten Fragen des Referenten zielten auf „unsere Schwächen“. Was belastet uns? Das letzte Foto zeigte das Innere einer Kirche: „Gott in allen Farben erleben“. Dazu zeichnete Hunstig eine Vision: „Es ist 2015. Mit acht Leuten macht man sich Gedanken: Wir sind auf dem Weg der Einheit. Die Kirche ist einige Schritte weiter gekommen (Eucharistisches Abendmahl, Anerkennung der Taufe) – die Kirche des Volkes wird Wirklichkeit zum Beispiel durch synodale Strukturen.“
„Wir müssen einen neuen Aufbruch wagen. Wie können wir heute unseren Glauben leben?“, fragte der Referent schließlich. Mit einem Wort des heiligen Paulus schloss er seine Ausführungen: „Vertrau auf Gott, aber fahre fort, ans Ufer zu rudern.“







