Die neue Orgel der Propsteigemeinde St. Magnus in Marsberg wird am Sonntag eingeweiht
Gebaut für Jahrhunderte
Marsberg (jon). Mehr als 13 Jahre lang hat die Propsteigemeinde St. Magnus in Marsberg auf diesen Tag gewartet: an diesem Sonntag, 22. November, wird die neue Orgel in einer großen Weihefeier von Weihbischof Matthias König geweiht, genau an dem Tag, an dem der Orgelbauverein 1996 gegründet wurde.
Sanfte Klänge und mächtiges Brausen – alle Register zieht bei der Orgelweihe der Leipziger Bach-Preisträger Frank Zimpel. Er spielt in der Propsteikirche St. Magnus auf der neuen Fischer-und-Krämer-Orgel zur Einleitung der Feier die Toccata in d-Moll von Johann Sebastian Bach. Herbert Legge, der Vorsitzende des Orgelbauvereins freut sich schon darauf, denn: „Wohl kaum ein anderes Musikinstrument vermag mit solch einer instrumentalen Vielfalt einen großen Kirchenraum mit so prächtigem Klang zu erfüllen und damit die Herzen der Zuhörer für gute Empfindungen zu öffnen.“
Die alte Orgel war in einem desolaten Zustand und musste seit Jahren immer wieder kostenaufwendig repariert werden. „Doch sie blieb trotzdem störungsanfällig und in beklagenswertem Zustand“, sagt Herbert Legge. Im April 1996 untersuchte der zuständige Orgelbeauftragte der Erzdiözese Paderborn, Jörg Kraemer, die Orgel. Sein Ergebnis: „Insbesondere sind es die Registerwippen, die in einem unerklärlichen, in höchstem Maße unappetitlichen Auflösungsprozeß begriffen sind und eine auch nur halbwegs ästhetische Bedienung des Spieltisches nicht mehr gewährleisten.“ Nach umfangreichen Beratungen beschloß der Kirchenvorstand die Erneuerung der Pfeifenorgel. Wegen der strapazierten finanziellen Situation der Kirchengemeinde schlug er die Gründung eines Orgelbauvereins vor.
Am 22. November 1996, zum Fest der heiligen Cäcilia wurde während einer von Propst Heinz Walter anberaumten Sitzung der Orgelbauverein St. Magnus Niedermarsberg gegründet. Genau 13 Jahre danach sind die heute 93 Mitglieder am Ziel. Die Orgel wird eingeweiht.
„Die neue Orgel in St. Magnus passt als mittelgroße Orgel zur Größe des Propsteikirchenraumes“, stellt Herbert Legge fest. Sie besitzt zwei Manuale und ein Pedal, 32 klingende Register und ein Schwellwerk. Das Gehäuse besteht aus naturbelassenem Eichenholz. Die majestätische Schauseite füge sich „vorzüglich“ in die Architektur des Kirchenraumes ein, so das allgemeine Urteil. Gebaut wurde die Orgel von den beiden Orgelbaumeistern Friedrich Wilhelm Fischer, einem gebürtigen Marsberger, seinem Sohn Georg Fischer, und weiteren Orgelbauern der Firma. Mit dem Ergebnis ist Herbert Legge mehr als zufrieden: „Der besondere Klangcharakter der neuen Orgel und ihre prächtige Schauseite begeistern Sachverständige und Laien.“
Die umfangreiche Technik und handwerkliche Präzision, die hinter der Schauseite eines Orgelsystems verborgen sind, machen den Kostenaufwand für eine Pfeifenorgel verständlich. Schließlich soll sie mehrere hundert Jahre funktionsfähig bleiben. Die neue Orgel in der Propsteikirche kostet insgesamt 480000 Euro. Diese Summe sparte der Orgelbauverein innerhalb von 13 Jahren bis auf einen Rest an, mit Mitgliedsbeiträgen, durch viele Spenden, Kollekten und Aktionen, etwa beim Orgelpfeifen-Café oder mit Benefizkonzerten. „Wir sind zuversichtlich, bis zur Orgelweihe auch die Restkosten weitestgehend oder sogar vollständig begleichen zu können, sodass die neue Orgel in Marsberg schuldenfrei ist und jahrhundertelang zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen erklingen kann“, resümiert der Orgelbauvereinsvorsitzende Herbert Legge.








