Liebfrauen-Gemeinde Bad Salzuflen drehte Messdiener-Lehrfilm
Fortsetzung für Fortgeschrittene folgt
Bad Salzuflen. „Jedes Jahr stelle ich beim Anfängerkurs fest, dass sich die zukünftigen Messdiener ihre Aufgaben nur schwer vorstellen können“, erklärt Franz-Herbert Hense, Gemeindereferent aus Bad Salzuflen. Hense hatte eine clevere Idee: Gemeinsam mit den älteren Messdienern der Gemeinde Liebfrauen drehte er einen Lehrfilm, in dem die Aufgaben der Anfänger Schritt für Schritt erklärt und gezeigt werden.
von Ruth Lakenbrink
Musik ertönt, ein Mädchen steht in der Sakristei und sucht sich das für sie passende Gewand aus dem Schrank heraus. Während der Zuschauer das sieht, hört er eine Mädchenstimme, die den Vorgang noch einmal erklärt. Dann folgt ein Schnitt, das Mädchen steht vor einer Anrichte und holt ein Kreuz aus der Schublade. Mit diesen Szenen beginnt der 16-minütige Messdiener-Lehrfilm der Liebfrauen-Gemeinde in Bad Salzuflen.
Die Bilder ruckeln manchmal etwas, die Lautstärke des Tons variiert, doch sehr anschaulich werden nach und nach alle wichtigen Aufgaben der Messdiener-Anfänger in Wort und Bild erklärt.
„Wir mussten in der Vergangenheit doch feststellen, dass wir in Sachen Vorwissen bei den Anfängern immer mehr bei Null anfangen müssen.“ Von dem Verhalten in der Sakristei über die Gabenbereitung bis hin zum Auszug, der Film vermittelt das elementare Grundwissen und ist speziell auf Anfänger zugeschnitten.
Dabei ging es darum, „mit möglichst einfachen Mitteln einen möglichst anschaulichen Film zu drehen“, erklärt Hense, der nicht nur die Idee zu der Aktion hatte, sondern neben der Projektleitung auch die Regie übernahm. Ein Mischpult und großartige technische Ausstattung stand dem „Filmteam“ nämlich nicht zur Verfügung. Zwei private Kameras, ein Laptop mit einem Schnittprogramm, das war’s. Doch die mangelnde technische Ausstattung machten die Messdiener durch ihren Enthusiasmus wieder wett.
Von Ostern bis zu den Sommerferien 2008 wurde mit zwei Kameras gedreht. Mal klappten die Proben nicht auf Anhieb, dann war das Licht falsch, die jungen Leute merkten schnell, dass es gar nicht so einfach ist, einen Film herzustellen.
Nach den Sommerferien begann die Postproduktion, das Schneiden und Vertonen des Materials. „Das war der schwierigste Teil“, erinnert sich Hense. Sprecher waren zwar schnell gefunden und auch die Texte, die zu den Bildern aufgesprochen werden sollten, hatte sich das Team bereits vorher ausgedacht.
Doch dann stellte sich heraus, dass es gar nicht so leicht war, „das Gesagte mit dem Bild zusammenzubringen“, so Hense. Schließlich mussten die Längen zusammenpassen. Andernfalls gibt es das, was Fernsehleute gerne als „Ton-Bild-Schere“ bezeichnen.
„Hauseigene“ Musik aus der Gemeinde von der Kirchenmusik aus Liebfrauen „Singt für Gott“ wurde aufgespielt, indem an das Laptop ein Mikrofon angeschlossen wurde, das die von einer separaten Anlage abgespielte CD aufnahm. „Die Lautstärke haben wir dadurch reguliert, wie weit wir das Mikrofon von dem Lautsprecher weggehalten haben“, berichtet der Gemeindereferent. Auch musste entschieden werden, welche Aufnahmen aus der Fülle des Materials in den späteren Film mit einfließen sollte.
Doch zu Weihnachten war alles fertig und alle an dem Projekt Beteiligten bekamen als Dankeschön eine Kopie des Films. „Die Reaktionen sind durchweg positiv“, berichtet Hense. Auch die der Messdiener-Anfänger, die in ihren Vorbereitungskursen den Film mehrmals zu sehen bekommen. Das bewegte Bild ersetzt das Fotoheft, das die Liebfrauen-Gemeinde bislang zur Veranschaulichung der Ministranten-Aufgaben einsetzte, und ist speziell auf die Gegebenheiten in der Pfarrkirche zugeschnitten. „Das variiert ja bei jeder Gemeinde leicht“, meint Hense.
Wie immer, wenn ein Film erfolgreich war, schreit auch dieser nach einer Fortsetzung. Darüber nachgedacht habe er schon, muss Hense zugeben, schließlich sollen auch die Aufgaben der Fortgeschrittenen noch auf bewegtes Material gebannt werden. Doch das ist derzeit noch Zukunftsmusik.







