Frauengemeinschaft in St. Marien in Siegen-Eisenfeld feiert ihr 100-jähriges Bestehen
Formen ändern sich – Inhalte bleiben
Siegen-Eiserfeld. Ein ganz besonderes Ereignis galt es in diesem Jahr im Pfarrverbund zu feiern: Das 100-jährige Bestehen der kfd St. Marien Eiserfeld. Das große Fest stand unter dem Motto: „Wohin Du auch gehst, geh’ mit Deinem ganzen Herzen“. Der Festgottesdienst stand zu Beginn der Feierlichkeiten und wurde von Pfarrer Ludwig Reffelmann, Pastor und Präses der kfd Markus Uether und Hermann-Josef Schneider zelebriert. Die feierlichen musikalischen Akzente setzte der Kirchenchor St. Marien und die Meditative Tanzgruppe der kfd.
von Juliane Mütherig
„Der Glaube der Frauen überlebt die Zeiten. So könnte man anlässlich dieses Jubiläums sagen, denn ein normales Menschenleben wäre nach 100 Jahren doch schon zu Ende“, sagte Pastor Markus Ueter in seinem Grußwort. Er dankte allen Frauen der kfd für ihren herzlichen, beständigen und unkomplizierten Einsatz in und für ihre Mariengemeinde. „Formen werden sich ändern und ändern müssen; aber Inhalte bleiben.“
Anna-Maria Mette, Diözesanvorsitzende der kfd, hob in ihrer Rede die Kraft, Energie, Kreativität und Zeit hervor, die die Frauen in den 100 Jahren eingebracht haben, um ihre Gemeinschaft lebendig und attraktiv zu gestalten. „Aus einer Gebetsgemeinschaft christlicher Mütter, ist die heutige kfd entstanden. Im festen Glauben an Gott und die Wirkung des Gebets, wurde aus einer Gruppe Frauen und Müttern eine Solidargemeinschaft“, so Mette, die mit einem geschichtlichen Rückblick der Frauenvereinigung fortfuhr. Sie hob das Leitbild der kfd hervor, als katholischer Frauenverband eine kraftvolle Gemeinschaft zu sein, eine starke Partnerin in Kirche und Gesellschaft, ein Frauenort in der Kirche, offen für Suchende und Fragende.
Der nachweislich im November 1908 mit Präses und Pfarrvikar Josef Hockelmann gegründete Verein, der sich damals „Mütterverein“ nannte, zählte schon in der Anfangsphase 120 Mitglieder. Aus der Chronik der Gründungszeit ist überliefert, dass es für Frauen damals selbstverständlich war, nach der Heirat dem Verein beizutreten. Auch in den Kriegsjahren 1914 bis 1918 ging das Vereinsleben weiter. Eines der wichtigsten Themen der Jahre 1926 war „die drohende Gefahr der arbeitslosen Jugend“ sowie das Thema „Kirchbau“. 1930 bis 1932 fanden nicht viele Vereinsveranstaltungen statt, da der Kirchbau im Vordergrund stand. Der „Mütterverein“ stiftete das Rosettenfenster und das Fenster mit dem Bildnis der heiligen Anna. Am 22. September 1937 fand die Einweihung der Kirche statt. Nach 1939 fanden keine Heimabende mehr statt.
Als neue Aufgaben kam hinzu, dass zugezogene Ostvertriebene durch eigens dafür bestimmte kfd-Frauen betreut wurden. Der in den 80er-Jahren entstandene Wunsch , der Kirche eine Muttergottesstatue zu stiften, wurde realisiert. Unter tatkräftiger Mithilfe von Pastor Schneider, wurde eine kostbare Muttergottesstatue aus dem Paderborner Diözesanmuseum erworben. Sie hat rechts vom Altar in der Eiserfelder Kirche ihren Platz eingenommen. Mitte der 90er-Jahre kam der meditative Tanz hinzu, der bis heute verschiedene Gottesdienste und Veranstaltungen bereichert. 2005 wurde eine neue Vereinssatzung mit den Zielen und Aufgaben, in Übereinstimmung mit dem Bundesverband der kfd, bekannt gegeben. Auch heute nach 100 Jahren weist die kfd noch um die 130 Mitglieder auf. Das älteste Mitglied ist Theresia Behner. Sie kann auf 67 Jahre Mitgliedschaft zurückblicken.







