Aktuelle Ausgabe
2012-20

Zur Firmvorbereitung in Verne gehört ein Besuch bei der Gottesmutter am Brünneken

Firmbewerber auf Marienwallfahrt

Pfarrer Martin Beisler mit Firmbewerbern des Pastoralverbundes Heder-Gunne-Lippe unterwegs zum Brünneken in Verne. Fotos: Schleyer

Salzkotten-Verne. Eine Jugendwallfahrt zum Brünneken in Verne bildete den Höhepunkt der Firmvorbereitung im Pastoralverbund Heder-Gunne-Lippe.  

von Richard Schleyer 

Zusammen mit Pastor Rainer Vorsmann, der für die Firmvorbereitung im Pastoralverbund verantwortlich war, Pfarrer Martin Beisler, der Gemeinderefentin Andrea Dittrich und einigen Katechetinnen pilgerten die Firmbewerber vom Hof Rötzmeier in Mantinghausen als der ersten Station ihrer Wallfahrt bis zum Brünneken in Verne, der fünften und letzten Station. Samstagnachmittag um 14 Uhr marschierten die 140 jungen Wallfahrer los und nahmen gegen 17 Uhr schon sichtlich müde geworden den Abschlusssegen am Brünneken entgegen. „Eine so lange Strecke zu Fuß zu gehen, war für viele Jugendliche ungewohnt“, so die Erfahrung Pastor Vorsmanns. Trotzdem hätten sich die Firmbewerber gut auf den geistlichen Inhalt dieses marianischen Pilgerweges eingelassen. „Sie beteten mit und zwischendurch konnten wir sie auch mal herzhaft zum Lachen bringen.“

Über die fünf Stationen hin begleitete die jungen Leute ein fiktives Interview mit Maria, das Pastor Vorsmann zusammengestellt hatte und im Wechsel mit Gemeindereferentin Andrea Dittrich vortrug. Maria erzählt darin, wie sie als junger Teenager unerwartet schwanger wurde und wie sie aber aus der Kraft des Heiligen Geistes die Situation annehmen und meistern konnte. Und sie ermuntert die jungen Menschen, sich ebenfalls auf Unerwartetes in ihrem Leben einzustellen.  

Jeder Stationsgottesdienst begann mit gesungenen Ave-Rufen und dazwischengesprochenen Maria-Anrufungen. Dann trug die Katechetin Beate Wolfförster eine Lesung vor. Darauf folgte, auf die Evangeliumsstelle bezogen, ein Teil des Interviews, das der Radioreporter Lars mit der Gottesmutter führte; die ihn „echt“ verlegen machte, als sie ihm das Du anbot. Nach dem Interview sprach Katechetin Ulrike Werning ein Gebet und Pfarrer Martin Beisler stellte Impulsfragen, über welche die Jugendlichen auf dem folgenden Wegstück nachdenken sollten, in das schweigend gestartet wurde. Lediglich an der vierten Station, vor dem Muttergottes-Gnadenbild in Verne, verweilten die jungen Pilger etwas länger. Pfarrer Beisler erklärte das Gnadenbild, Pastor Vorsmann predigte kurz. Die Firmbewerber beten ein Ave Maria und sangen die ersten beiden Strophen von „Maria, breit den Mantel aus“. 

Den Gesang an den Stationen hatte Pastor Vorsmann bewusst reduziert, nur jeweils drei der einfachen Ave-Rufe wurden intoniert. Als erfahrener Jugendseelsorger weiß Vorsmann: „Die Jugendlichen singen heute nicht mehr so gern.“ Sie hören zwar viel Musik, aber selber singen ist ihnen eher fremd. „Es ist nicht mehr wie früher, dass die neuen geistlichen Lieder begeistert mitgeschmettert werden.“ Darauf hat er sich eingestellt.

Die technische Organisation und logistische Versorgung der Wallfahrt hatte die Kolpingsfamilie Verne übernommen. „Es war gut, dass ich davon entlastet war und mich ganz auf das geistliche Programm konzentrieren konnte“, betont Pastor Vorsmann.

Neben der Wallfahrt und anderen jugendgemäßen Gottesdiensten gehörten zum Pflichtprogramm in der Firmvorbereitung dieses Pastoralverbundes sieben katechetische Nachmittagstreffen und ein karitatives Projekt, das sich jeder selbst aussuchen konnte. Besuche im Krankenhaus, in der Kleiderkammer und im Marien-Altenheim in Salzkotten gehörten ebenso dazu wie ein Nachmittag im örtlichen Kindergarten oder dem Pflegedienst. „Diese Mischung von Pflicht- und Wahlangeboten hat sich bewährt“, ist Pastor Vorsmann überzeugt.


22.05.2012
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