Aktuelle Ausgabe
2012-20

Jahresbilanz 2008 der Schwangerschaftsberatung des SkF Dortmund-Hörde

Finanzielle Sorgen belasten Mütter

Die Beraterinnen des SkF Dortmund-Hörde präsentierten die Jahresbilanz 2008 der Schwangerschaftsberatung. Foto: privat

Dortmund-Hörde. 947 Frauen suchten im vergangenen Jahr Hilfe und Unterstützung bei der Schwangerschaftsberatungsstelle des SkF Dortmund-Hörde. In 598 Fällen handelte es sich um eine Erstberatung, in 349 Fällen um eine längerfristige Beratung, die aus dem Vorjahr weitergeführt wurde. So verzeichnet es die Bilanz für das Jahr 2008, die der SkF jetzt der Öffentlichkeit präsentierte.

Viele der Schwangeren befanden sich in einer finanziell sehr angespannten Situation. 475 Klientinnen bezogen ALG II und 37 ALG I-Leistungen, sagt die Statistik. „Durch eine Schwangerschaft treten bereits vorhandene Probleme noch einmal deutlicher hervor“, weiß SkF-Beraterin Bärbel Pielsticker. Wie soll ich das alleine schaffen? Was wird aus meiner Ausbildung? Wie soll ich eine komplette Babyerstausstattung finanzieren? – Fragen wie diese tauchten immer wieder auf. Bärbel Pielsticker: „Im Beratungsgespräch steht die schwangere Frau im Mittelpunkt, hier wird sie ernst genommen mit ihren Sorgen und Fragen.“ Frauen, so die Erfahrungen der Beraterin, erführen sich oft als die „Familienmanagerin“, die immer stark sein oder als Alleinerziehende, die die Hauptverantwortung tragen müssten.
Die Schwangerschaftsberatungsstelle soll den Frauen die Möglichkeit bieten, sich ihre sich verändernde Lebenssituation in Ruhe anschauen können. „Gemeinsam mit der Beraterin kann die Schwangere sich ihrer Stärken bewusst werden und realistische Zukunftsperspektiven entwickeln“, skizziert Bärbel Pielsticker ein grundlegendes Ziel. Dieses geschehe häufig nicht nur in einem Beratungsgespräch, sondern viele Frauen wünschten sich längerfristige Beratung und Begleitung. In besonderen Notsituationen könnten finanzielle Mittel aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ (insgesamt 506 Anträge mit einer Gesamtsumme von 282572 Euro) oder dem Bischöflichen Hilfsfonds (insgesamt 6425 Euro ) beantragt werden. Die Bundesstiftung sagte 2008 Hilfen in Höhe von über 282000 Euro zu, der Bischöfliche Hilfsfonds knapp 6500 Euro.
Ergänzt wird die Beratung durch die vielfältigen Angebote des Projektes „Fit für’s Baby“. Dieses umfasst zum einen den sechsteiligen  Geburtsvorbereitungskurs für schwangere Frauen und einen Paarkurs sowie weitere Kurse zu den Themen Ernährung, Erste Hilfe und rechtliche Fragen. Zum anderen zeichnet es sich durch eine regelmäßige Hebammen-Sprechstunde aus und den Elterntreff, der besonders bei jungen Müttern beliebt ist. Aktuell schließen sich die vier Beraterinnen des SkF der aktuellen Forderung an, die Regelsätze für Kinder im ALG II-Bezug zu erhöhen. Bärbel Pielsticker: „Wir hören oftmals von den betroffenen Familien, dass das Geld fehlt, um notwendige Kinderkleidung und Schuhe sowie Schulbedarf zu kaufen.“ Auch fehlten die Mittel, jeden Tag ein gesundes Mittagessen auf den Tisch zu bringen. Hinweise auf die Dortmunder Tafel, das Sozialticket und den Dortmund-Pass würden dankbar angenommen, ebenso die Auszahlung von Spendengeldern, um eine akute Notlage zu überbrücken.


22.05.2012
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