Leseinszenierung in St. Jodokus stellt den Bettelmönch und Bischof Otto von Wall in den Mittelpunkt
Faszinierende Figur des Mittelalters
Bielefeld. Eine Leseinszenierung über Otto von Wall, Reitersoldat, Bettelmönch und Bischof von Minden (1267–1274) findet am Sonntag, 22. Januar, um 16 Uhr in St. Jodokus in Bielefeld statt. Der Eintritt zu der Veranstaltung, die vom Castalia-Literatur-Contor unterstützt wird, ist frei.
Bernd Schlipköther erzählt und liest aus seiner Biografie über Otto von Wall. Musikalisch unterstützt wird sein Vortrag vom Vokalensemble St. Jodokus Bielefeld unter der Leitung von Georg Gusia.
Als 1241 die junge Frau des angesehenen Reitersoldaten Otto von Wall im Kindbett stirbt, ist der Sechsundzwanzigjährige so erschüttert, dass er den Dienst bei den Markgrafen von Brandenburg quittiert und zu den Bettelmönchen geht.
Armutsideal, aristotelische Wissenschaft und die „Himmelsleiter“ dominikanischer Mystik dringen in sein Denken und Handeln. Er lernt bei den Dominikanern und als Student von Albertus Magnus und Thomas von Aquin an der Universität Paris. Als Klostergründer, hoher Kanzleibeamter an der päpstlichen Kurie in Italien und als Bischof von Minden erzählt die Geschichte des Otto von Wall von einem „sozialen Aufsteiger“ in einer Zeit, in der Handwerk, Handel, Verkehr, sowie das Verhältnis von Glaube und Vernunftdenken sich spürbar fortentwickeln. Eine neue Achse von Leben und Wissen zeichnet sich ab.
Bernd Schlipköther, Jahrgang 1949, lebt und arbeitet in Bielefeld. Der studierte Historiker arbeitete unter anderem als Gymnasiallehrer in Bielefeld, bevor er sich 2006 als Kaufmann im Kunsthandel selbstständig machte. Seit über 20 Jahren forscht er über das Leben und Wirken der faszinierenden mittelalterlichen Persönlichkeit Otto von Wall.
Wer die Lesung in Bielefeld am 22. Januar nicht miterleben kann, hat im Februar noch einmal die Gelegenheit: Am 26. Februar um 16 Uhr liest Bernd Schlipköther im Mindener Dom.







