Gedanken zum Evangelium
Es ist gut, dass wir hier sind!
Auch wir erleben, wie die Jünger und Petrus auf dem Berg der Verklärung, in unseren Gemeinden und Gottesdiensten, dass Gott zu uns kommt. Deshalb ist es richtig, wenn wir mit Petrus sagen können: „Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind.“ So meint Werner Schaube, als Leiter des Studienseminars Dortmund in der Ausbildung der Religionslehrer tätig.
von Werner Schaube
Wenn wir die Evangelien aufmerksam lesen, stellen wir fest, dass es dem Apostel Petrus immer wieder gelingt, eine Situation, ein Problem oder eine Frage auf den Punkt zu bringen.
Auch im Bericht über die Verklärung Jesu ist das so. Petrus, Jakobus und Johannes erleben „auf einem hohen Berg“ jene geradezu unfassbare Verwandlung, und bevor sie aus einer Wolke die deutende Stimme vernehmen: „Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“, beschreibt der Evangelist sehr genau das Verhalten des Petrus, der „wusste nämlich nicht, was er sagen sollte ...“ (Vers 6). Und trotzdem sagt er etwas: „Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind.“ (Vers 5) Passt dieser einfache Satz, diese simple Aussage zur Ungeheuerlichkeit des Geschehens? Da berühren sich Himmel und Erde, da bahnt sich das Licht der Herrlichkeit Gottes für einen Augenblick den Weg in die Sinne und Herzen der drei Jünger Jesu – und Petrus stellt lediglich fest: „...es ist gut, dass wir hier sind.“ Das könnte auch ein Wanderer sagen, der in letzter Minute vor dem einsetzenden Platzregen ein schützendes Dach über dem Kopf gefunden hat.
Natürlich will Petrus auch die sprichwörtlich gewordenen „drei Hütten bauen“, um dort zu bleiben, um in der Herrlichkeit Gottes auf Dauer zu leben, aber nicht nur der Evangelientext, sondern auch die Befindlichkeit der Personen dieser ergreifenden Szene verändert sich so plötzlich und unvermittelt, wie sie begann: „Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.“ (Vers 8).
Die Verklärung Jesu aus der Sicht und im Erleben des Petrus kann uns helfen, die frohe Botschaft des zweiten Fastensonntags mit unserem Alltag zu verknüpfen. Unabhängig davon, welche religiösen Erfahrungen wir machen und bei aller Unterschiedlichkeit unseres Glaubens und der Vielfalt christlichen Gemeindelebens, wäre es nicht wunderbar, wenn wir einfach überall sagen könnten: „Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind.“ Ich glaube, dieser Satz ist ein vielsagender Ausdruck unseres gegenwärtig gelebten und erlebten Christseins, ein Zuhause für die Seele, ein Stück Heimat in der Fremde und der Gottesferne.
In der Feier der Eucharistie nimmt uns die Kirche bildlich gesprochen beiseite und führt uns immer wieder auf jenen hohen Berg, wo uns Jesus Christus begegnet als jener, bei dem wir gut aufgehoben sind, dessen verborgene Herrlichkeit als Zusage ewigen Lebens aufleuchten kann. Dieser „Licht-Blick“ zu Beginn der Fasten- und Passionszeit lässt uns nachdenklich werden und macht uns froh. Auch wenn in den kommenden Wochen des Kirchenjahres die Liturgie das Leiden und Sterben Jesu in den Mittelpunkt rückt, so gilt das Wort des Apostels Paulus an die Römer: „Jesus Christus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.“ (Röm 8,34)
Vielleicht hat uns Petrus mit den einfachen Worten „Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind“ einen „Schlüsselsatz“ geschenkt!







