Aktuelle Ausgabe
2008_46

Dokumentation zum Umbau des Erzbischöflichen Generalvikariats erschienen

Ein Stück Traditionssicherung

Die Mitarbeiter des Buches leisten Traditionssicherung eines historischen Gebäudes: (v. l.) Sven Spiong, Hermann-Josef Schmalor, Michael Ernst, Alfons Hardt und Peter Ruhnau.Foto: Vieler

Paderborn. Was ein kleines Wörtchen doch für einen großen Unterschied machen kann: „Es ist eine Dokumentation zum Umbau des Erzbischöflichen Generalvikariats, und nicht des Umbaus!“ Dies betonte der Pressesprecher des Erzbistums, Ägidius Engel, gleich zu Beginn der Neuerscheinung des Bonifatius-Verlages. Denn neben den eigentlichen Baumaßnahmen in den Jahren 2005-2007 beleuchtet das Werk auch die Geschichte des Gebäudes.

Ein Stück Traditionssicherung und schriftlicher Substanzerhaltung sei das 104 Seiten starke Buch, findet der als Herausgeber fungierende Generalvikar Alfons Hardt. „In den vergangen Jahren haben wir alle dieses Gebäude besser kennengelernt“, erklärte er. Davon solle die Dokumentation nun Zeugnis sein, und hoffentlich zahlreiche Leser finden. Das wäre wohl ganz im Sinne von Michael Ernst, dem Leiter des Bonifatius-Buchverlages: „Ein Muss für alle, die sich für Architektur und Stadtgeschichte interessieren“, warb er für das reichhaltig illustrierte Buch, das mit einer Startauflage von 2000 Exemplaren in den Verkauf gehen soll. Auch er betonte wie Pressesprecher Ägidius Engel, dass es sich um eine Dokumentation zum Umbau handele. „Neben den reinen Baumaßnahmen passierte ja noch einiges mehr“, lenkte er den Blick auf den Inhalt des Buches.
Denn neben den Planungen sowie der Umsetzung der Umbau- und Renovierungsmaßnahmen wird auch die Geschichte des Generalvikariats ausführlich berücksichtigt. So hat Paderborns Stadtarchäologe Dr. Sven Spiong, einer der sieben Autoren, die Arbeiten anderthalb Jahre lang begleitet. Er erinnert sich besonders daran, dass im alten Kapitelsaal vier Gräber aus dem späten achten Jahrhundert entdeckt wurden. „Sie sollen dort auch auf ewig bleiben“, machte Spiong deutlich, dass die vier Männer immerhin schon Karl dem Großen ins Auge geblickt haben könnten. Die Fußbodenheizung wurde daraufhin an dieser Stelle ausgespart.
Ebenfalls mit dem Gebäude hat sich Diözesanbaumeister Dr. Peter Ruhnau beschäftigt. Er zeigte sich besonders von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges beeindruckt, als vom Haus Domplatz 28, einem Nebengebäude der jetzigen Diözesanverwaltung, die ganze Diözese habe geleitet werden müssen. „Was da an Überlegungen nötig war, um alles wieder in Gang zu bekommen, das ist schon äußerst interessant“, sagte er.
„Wie unsere Behörde funktioniert, das wissen der Generalvikar und ich ganz gut. Wie sie funktioniert hat, das weiß Dr. Hermann-Josef Schmalor“, leitete der Pressesprecher zur Geschichte der Verwaltung über. Zu Beginn sei das Verwaltungsgebäude noch recht klein gewesen, weiß der stellvertretende Leiter der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn. „Anfangs war sie ja ausschließlich für geistliche Belange zuständig“, so Schmalor. Erst nach der Säkularisation habe es eine Neustrukturierung gegeben. „Wie die Geistlichen sich im Kulturkampf gewährt haben, das hat mich schon sehr beeindruckt“, sagte Schmalor.
Weitere Kapitel des Buches drehen sich unter anderem um den Projektanlass zum Umbau, Erläuterungen zum Entwurf,  aktuelle Bauforschungen sowie die künstlerische Gestaltung des Eingangsbereiches.
Birger Berbüsse


21.11.2008
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