Bad Driburg: Gute Kommunikation ist die Basis
Kooperieren im Pastoralverbund

- Diakone, Pfarrer und andere Geistliche bei dem Gottesdienst zur Gründung des neuen Pastoralverbundes Bad Driburg Foto: B. Goeke
Bad Driburg (rs). Das Pastoralteam des neuen Pastoralverbundes Bad Driburg umfasst zwölf Personen, darunter drei Ständige Diakone. Wie funktioniert da die Zusammenarbeit, wie können die Diakone in die Pastoral einbezogen werden? Darüber sprach DOM-Mitarbeiter Richard Schleyer mit den Driburger Diakonen und Pfarrer Hubertus Rath.
von Richard Schleyer
„Unser Groß-Pastoralverbund funktioniert! Es macht Freude, hier mitzumachen!“ Diakon Guido Schütte redet sich in Begeisterung, wenn er von der seelsorglichen Zusammenarbeit in dem neuen Pastoralverbund Bad Driburg erzählt. Aus den beiden Verbünden Nord und Süd war vor einem halben Jahr der neue große Pastoralverbund entstanden. Er umfasst die Stadt Bad Driburg mit ihren Ortsteilen. Etwa 13 000 Katholiken verteilen sich auf sieben Pfarreien mit neun Gottesdienststellen.
Zwei Gemeindereferentinnen wirken in dem Pastoralverbund, drei Ständige Diakone arbeiten mit, zwei pensionierte Priester helfen noch aus. Mit den Krankenhaus- und Kurseelsorgern sind derzeit noch sieben weitere Priester auf dem Gebiet des Pastoralverbundes Bad Driburg tätig, darunter drei Ordensgeistliche. Und Pfarrer Hubertus Rath bildet als Pastoralverbundsleiter das Herz und die Seele des Ganzen. „Das macht er sehr gut!“, bestätigen seine drei Diakone. Eine solche Kooperationsleistung könne nur gelingen, wenn jemand selber sehr strukturiert arbeite und leite und zugleich den anderen sehr viel Vertrauen und Wohlwollen entgegenbringe, betont Diakon Gottfried Rempe, pensionierter Schulleiter und ältester der Diakone. Er hebt auch hervor, welch große Kommunikationsanstrengungen ein solcher Pastoralverbund von seinem Leiter abfordert. „Unser Pfarrer ist ein kommunikativer Sauerländer!“, bestätigt auch Guido Schütte. Dies sei eine geglückte Mischung: Klar in der Ansage, kollegial im Umgang.
Zwölf Personen sitzen bei der 14-täglichen Dienstbesprechung des Pastoralteams in der Runde. Zu der wird Donnerstagabend um 17 Uhr geladen, damit auch die beiden berufstätigen Ständigen Diakone teilnehmen können. Da um 19 Uhr eine Abendmesse beginnt, stehen nur eineinhalb Stunden zu Verfügung. Damit derartige Besprechungen effektiv gelingen, bedarf es genauer Vorbereitung und guter Arbeitsdisziplin. Pfarrer Rath hat eingeführt, dass jeder Teilnehmer Vorschläge für die Tagesordnung machen kann. Er muss sie nur zwei Tage vorher per E-Mail bei ihm anmelden, sortiert nach Dringlichkeitsstufen von eins bis drei. Pfarrer Rath stellt dann die Tagesordnung zusammen und mailt diese allen am Morgen vor der Sitzung zu. In der wird dann Punkt für Punkt der angegebenen Dringlichkeit nach abgearbeitet. Bisher, versichert der Pfarrer, habe er an den vorgeschlagenen Punkten und der angegebenen Gewichtung noch nie etwas geändert; wenn ihm das grundsätzliche Recht dazu auch zugestanden werde.
Auch Diakon Manfred Lohmann, von Beruf Krankenpfleger, lobt das gute Klima im Pastoralteam. „Weil ich mich als seelsorglicher Mitarbeiter ernst genommen fühle, bin ich auch bereit, mich voll einzubringen.“ Diakon Schütte verweist auf das kleine Beispiel der Dienstbesprechung. Indem der Pfarrer Macht abgegeben habe und alle an der Tagesordnung beteilige, habe er erreicht, dass sich alle mehr mitverantwortlich fühlen, ob Diakon, Gemeindereferentin oder Vikar. Das bestätigt auch Diakon Rempe: „Unser seelsorgliches Verantwortungsbewusstsein ist geweckt worden!“ Darin sieht auch Pfarrer Rath das Ziel seiner leitenden Tätigkeit. Er will haupt- wie ehrenamtlichen Mitarbeiter in ihrer Mitverantwortlichkeit bestärken.
Eine gute Kommunikation ist die Basis eines funktionierenden Pastoralverbundes. Davon ist Diakon Schütte überzeugt. Er ist als Informatiker in kirchlichen Diensten selber Kommunikationsspezialist. Über 600 ehrenamtliche Stunden hat er vergangenes Jahr in den Internetauftritt und die elektronische Vernetzung des Pastoralverbundes investiert. Der Diakon will erreichen, dass alle eintreffenden und wichtigen Informationen auf elektronischem Weg schnell und sicher jene haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter erreichen, für die sie relevant sind. Das Internet helfe, dass Kommunikation transparent und herrschaftsfrei wird. Davon lässt sich der EDV-Mann und Geistliche nicht abbringen.
In den Dienstbesprechungen werden auch die liturgischen Dienste, Gottesdienste und Predigten verteilt. Dabei gilt das Prinzip, dass die einzelnen Priester, Gemeindereferentinnen und Diakone in allen Kirchen des Pastoralverbundes auftauchen. Die Gemeinden seien das schon gewohnt und offen für Abwechslung, versichert Diakon Lohmann. Unabhängig von den liturgischen Diensten ist aber für jede Gemeinde einer der hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter als seelsorglicher Ansprechpartner zuständig.
Die Diakone sehen ihre Aufgabe eher in der Kranken- und Altenseelsorge, der geistlichen Begleitung der Caritas-Konferenzen und auch in der zeitaufwendigen Einzelseelsorge bei schwerkranken und trauernden Gemeindemitgliedern. Ansonsten, so bekräftigen die beiden Diakone Schütte und Rempe, stehen sie für alles bereit, was im liturgisch-diakonalen Bereich anfalle, von Taufe bis hin zu Beerdigungen. Diakon Lohmann hat als Krankenpfleger oft Nacht- und Wochenenddienst und ist daher nicht immer verfügbar. Dafür ist er mit Leib und Seele Schützenpräses in Reelsen, seinem Wohnort. Ein neues mögliches Tätigkeitsfeld haben sich die drei Driburger Diakone auch schon ausgeguckt. Sie wollen sich der Männerpastoral zuwenden. Denn auch Männer müssten geistlich gestärkt werden, wie Diakon Rempe bekräftigt.





