Domgilde feiert 20-jähriges Bestehen und fordert Werbung für die Kathedrale an Autobahnen
Visitenkarte des Paderborner Domes

- Den vielbeachteten Festvortrag hielt Prälat Theodor Ahrens.
Ihr 20-jähriges Bestehen feierte die Paderborner Domgilde am vergangenen Samstag mit einem Gottesdienst und einem Festakt. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Gilde sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
von Matthias Nückel
Was ist eine Gilde? Im Mittelhochdeutschen sei dies ein Trinkgelage zur Bestätigung einer eingegangenen Verpflichtung gewesen, sagte Prälat Theodor Ahrens bei seinem Festvortrag „Der Dom als Spiegel der Kirche durch die Jahrhunderte“ zum Jubiläum der Domgilde. Auch wenn es bei der Feier Essen und Trinken gab, so kommt die zweite Definition, die Ahrens nannte, der Domgilde schon näher: „Eine Vereinigung von Personen zu Schutz und Hilfeleistung“.
Mit „viel Herzblut“ haben die Frauen und Männer in der Gilde „zeitintensive Aufsichts- und Ordnungsaufgaben“ übernommen, wie Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Grußwort zum Jubiläum schrieb. Die Gilde trage dazu bei, dass das „Haus aus Steinen“ auch ein lebendiges und einladendes Gotteshaus sei. Damit komme die Gilde auf ihre Weise dem missionarischen Auftrag der Kirche nach, gläubige, aber auch distanzierte, fragende und suchende Menschen für den christlichen Glauben und die Lebenswirklichkeit der Kirche zu sensibilisieren und auf ihrem Weg zu begleiten.
Die Domgilde, so hatte es Dompropst Dr. Wilhelm Hentze in seiner Predigt beim Gottesdienst gesagt, ist „keine Dompolizei. Sie ist Visitenkarte des Domes!“ Bei den Domführungen werde der Dom den Besuchern auch geistlich erschlossen, betonte Hentze.
Auf die religiöse Dimension legt Gildekaplan Alois Schröder ebenfalls großen Wert: „Wir sind auch eine Gebetsgemeinschaft.“ Schröder dankte besonders dem Vorstand um Xaver Menze, der mit Herzblut bei der Sache sei.
Wie sehr der Dom der Gilde am Herzen liegt, wurde beim Festakt in der Ansprache des Vorsitzenden Menze deutlich. Seit etwa 15 Jahren weisen an den Autobahnen braune Schilder auf die Kulturlandschaft oder an der Route liegende Städte hin. Bei Domstädten werde in der Regel der Dom gezeigt. Der Paderborner Dom, das bedeutendste Bauwerk der Stadt, aber sei nicht präsent, bemängelte Menze und forderte unter dem Beifall der Gildemitglieder und ihrer Angehörigen: „Wir von der Domgilde fordern daher hier und heute nachdrücklich: Eine baldige Präsenz für den Paderborner Dom auf den Kulturschildern der Autobahnen.“



