Pilgerritt nach Kohlhagen unter dem Thema: „Ausblick auf die ewige Liebe“
Erstmals Kutschen bei der Wallfahrt
Kohlhagen. Der Atem Gottes schien spürbar an der kleinen Marienkapelle über Oberveischede im Kreis Olpe, als sich dort die Teilnehmer des Pilgerrittes nach ihrem Start in Kirchveischede zur Morgenandacht versammelten. Wie immer, fand er am Vortag der traditionellen – diesjährig elften – Pferdewallfahrt statt; neu jedoch war nicht nur die Strecke, sondern auch die Teilnahme der Kutschgespanne. Für sie hatte das Pferdewallfahrtsteam teilweise separate Wege ausgekundschaftet und zur Orientierung mit Pfeilen versehen.
von Julia Eiden
Der „Ausblick auf die ewige Liebe“ war Pfarrer Karl-Heinz Böckelmanns Wallfahrtsthema. Bezogen auf Israels Auszug aus Ägypten motivierte er die mehr als 30 Teilnehmer, auf ihrem weiteren Ritt Ausschau auf und Rückschau über ihr Leben zu halten. Während die Blicke über die Weite und Schönheit der Sauerländer Berge schweiften und die Stimmen sich zu einem Dankeslied erhoben, wurde aber auch an die Opfer der Love-Parade gedacht.
Durch Wald und Flur ging es weiter zur Reithalle in Kruberg, Gemeinde Kirchhundem. Ganz schön anstrengend war der stundenlange Ritt, und so freuten sich die Reiter, als sie nach der Versorgung ihrer Pferde von den Reitstallinhabern mit Suppe und frischen Waffeln verwöhnt wurden. Solchermaßen gestärkt versammelten sich dann alle in der Reithalle zu deren Einsegnung und zur zweiten Meditationsandacht. Als Impuls für den folgenden Pilgerweg wies Pfarrer Böckelmann auf die Liebe Gottes zu den Menschen, die Liebe zwischen den Menschen und zu ihren Tieren hin.
Stille und Friedfertigkeit lag über der Abschlussandacht am Kohlhagen, dem beliebten Wallfahrtsort und Tagesziel des Pilgerrittes. Auf dem nahegelegenen Gut Ahe konnten die Pferde untergestellt, bei ihnen gezeltet oder im Haus geschlafen werden.
Am Sonntagmorgen trafen sich dann insgesamt 55 Reiter und acht geschmückte Kutschen, darunter auch ein Eselsgespann, in Brachthausen zur Pferdewallfahrt auf den Kohlhagen. Dem Rücken der Pferde zog Pfarrer Karl-Heinz Böckelmann dann doch eine Kutsche vor. Ihr folgten die sechsjährige Madita und ihre zweijährige Schwester Johanna; komplett lässig und selbstständig lenkten die beiden ihr kleines Gefährt, während Papa Christian nur nebenher laufen durfte – aber mit Abstand. Unter dem Geläut der Glocken und dem musikalischen Willkommensgruß des Parvorshorn-Bläsercorps Siegerland trafen die Wallfahrer zum feierlichen Hochamt ein. Konzelebrant war der frühere Kohlhagener Pastor Heinz-Dieter Stallmann. In seiner Predigt warnte Pfarrer Böckelmann vor der Habgier und wünschte den Anwesenden, dass sie reich würden „am liebenden Du“. Nach der Mittagspause klang die Pferdewallfahrt mit einem bunten Rahmenprogramm aus.






