Aktuelle Ausgabe
2012-20

Ökumenische Musical-Akteure feiern Gesamterfolg nach glanzvollen Abschlussvorführungen

Emotionaler Abschied

Mit 45 weiteren Akteuren auf der Bühne sorgten (v.l.) Anne Westerheide, Robert Kießling, Katharina Weigelt, Lukas Baumgarth und Britta Drude für eine emotionale Abschlussvorführung. Foto: Prignitz

Oerlinghausen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die  hochmotivierten Akteure unzählige Zuschauer mit ihrem selbst erdachten ökumenischen Musical in den Bann gezogen. Am Wochenende kamen rund 1000 begeisterte Besucher hinzu. Zum sechsten und siebten und damit zum letzten Mal hob sich der Vorhang für „Das Wasserkartell“. Beide Aufführungen bildeten zugleich den überaus gelungenen Auftakt der 75 geplanten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Stadt Oerlinghausen, die in diesem Jahr ihr 975-jähriges Bestehen feiert.   

von Karin Prignitz 

Wer zum ersten Mal Gelegenheit fand, das mitreißende, emotionale, kritische Stück um die unlauteren Machenschaften einer international operierenden Bande zu sehen, die mit allen Mitteln versucht, Geld mit Wasser zu verdienen, der konnte gar nicht anders, als den gut 50 Aktiven auf der Bühne, in Band und Chor großen Respekt zu zollen. Denn dass dort Laien im Rampenlicht standen, geriet angesichts des überzeugenden Spiels fast in Vergessenheit.

Seit den ersten Gesprächen zwischen Alfons Haselhorst, der die komplette Musik für das Stück komponierte, und Mike Röttgen hatten 25 Workshop-Treffen stattgefunden. An Konzept und Inhalt war gefeilt worden, Texte waren erdacht, Rollen besetzt, geprobt, geändert und immer wieder verbessert worden. 2000 Besucher sahen das Projekt der katholischen Kirchengemeinde St. Michael Oerlinghausen und der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Helpup beim Ökumenischen Kirchentag in München im Mai 2010. Gespielt wurde außerdem in Leopoldshöhe, in Horn Bad-Meinberg und nun in der renovierten Oerlinghauser Aula. 

Dort hatten die Akteure kurzerhand ein wenig Lokalkolorit zum Thema Wasser eingebaut: „Oerlinghausen lagert Wasser in Schneeberg-Form an den Straßenrändern und reduziert damit auch den innerstädtischen Verkehr.“ Wahrlich innovativ, scherzten die Darsteller. 

Neben Hauptdarsteller Robert Kießling, der den Europa-Manager Nico glaubhaft verkörperte, schlüpften bei den Aufführungen abwechselnd Anne Westerheide und Simone Plöger äußerst überzeugend in die Rolle der Journalistin Hannah. Sie durchschaute die Pure-Water-Strategie und führte Nico schließlich mit Gottes Hilfe auf den rechten Weg zurück. Das Auditorium fand sich zuvor mal mittendrin in hitzigen Partynächten, auf denen „Pure Water“ wie eine Droge gehandelt wurde, mal folgte es besonders nachdenklichen Szenen. Etwa, als Frauen aus drei Kontinenten unter die Haut gehend schilderten, auf welch grausame Weise die Machenschaften der Wasser-Mafia ihre Länder in das Elend stürzen.  

Unter den zahlreichen Besuchern fanden sich Abordnungen der Fraktionen von SPD, CDU und FDP.  Sie werden sicherlich auch beim offiziellen Festakt der Stadt, der am Sonntag, 23. Januar, ab 11 Uhr in der Aula des Gymnasiums stattfindet, dabei sein. Auf seine Weise lud das Wasserkartell-Ensemble dazu ein. 

„Stoppt Pure Water! Kommt alle zur großen Kundgebung“, stand auf Flyern geschrieben. Bevor auf 975 Jahre zurückgeblickt wird, durften die Musical-Akteure zunächst sich selbst feiern. Nachdem der letzte Vorhang gefallen war, wurde auf das so erfolgreich gelaufene Projekt, dessen Musik mittlerweile auch auf CD zu hören ist, angestoßen.

 

 


22.05.2012
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