Aktuelle Ausgabe
2012-20

Erster „Heimtiertag“ der KAB Welschen Ennest lockt 500 Besucher an

Einfallsreich für den guten Zweck

Pater Reinald Rickert segnete Mensch und Tier beim „Heimtiertag“ der KAB Welschen Ennest. Foto: Schreiber

Kirchhundem-Welschen Ennest. „Andere veranstalten Demonstrationen, wir sind sozial tätig“, sagt Werner Hesse, Ehrenvorsitzender der KAB Welschen Ennest, und berichtet von den zahlreichen, auch ungewöhnlichen Aktionen der letzten 30 Jahre. Anlass dazu war der erste von der örtlichen KAB ausgerichtete „Heimtiertag“ in und um die Schützenhalle, dessen Erlös den beiden Kindergärten im Ort zugutekommt.

von Julia Eiden

Rund 500 Besucher lockte der „Heimtiertag“ der Katholischen Arbeitnehmer an. Höhepunkt war eine Andacht für Mensch und Tier unter freiem Himmel. Während rund 400 Stimmen „Großer Gott, wir loben dich“ sangen, ging der Mescheder Benediktinerpater Reinald Rickert durch die Reihen, um Zwei- wie Vierbeiner zu segnen. Die Tiere seien ein wesentliches Element der Schöpfung, sagte der auch als „Puten-Pater“ bekannte Geistliche der Abtei Königsmünster in seiner Predigt.
Vor und nach der Segnung gabs rund um die Schützenhalle in Welschen Ennest Tipps für die Hundeerziehung und Vorführungen von „Trick-Dogs“ des „Hundezentrums Sauerland“. Sibirische Schlittenhunde und ein Windhund waren ebenso zu bestaunen wie portugiesische Wasserhunde, die als „Obama-Hund“ bekannt wurden, weil der amerikanische Präsident diesen für seine an Hundehaar-Allergie leidenden Töchter als Haustier wählte. Besonderen Anklang fanden die Vorführungen der Hunde der Siegener Rettungshundestaffel, die über eine rund zwei Meter hochgelegte Leiter balancierten, eine Übung für den Einsatz etwa in Erdbebengebieten.
Einfallsreich für den guten Zweck war die KAB in Welschen Ennest schon immer, versichert Werner Hesse. Angefangen hat alles mit einem seitdem traditionellen Ostereierverkauf in der Karwoche: „Wir wollten nicht mit leeren Händen an den Haustüren um eine Spende bitten.“ In diesem Jahr gibt es noch ein Kartoffelfest mit den von den Kindergarten-Kindern und der KAB kürzlich gepflanzten Kartoffeln. Häufig unterstützt von der KAB wurde das St.-Elisabeth-Hospiz in Lennestadt und der Häusliche Pflegedienst. „Als es die Pflegeversicherung noch nicht gab, schafften wir von den gespendeten Geldern drei damals hochmoderne Pflegebetten an, die bei Bedarf verliehen wurden“, erzählt Werner Hesse. Da sie heutzutage nicht mehr gebraucht werden, gingen zwei von ihnen bereits in die Ukraine. Auf den Weg dorthin machten sich in früheren Jahren Sattelschlepper mit Tonnen von gesammelten Textilien. Verteilt wurde alles in Heimen deutschstämmiger Senioren und unter Bedürftigen. Die KAB hatte mit einem Bäcker dort Kontakt aufgenommen, der für die Dauer eines halben Jahres in regelmäßigen Abständen Brote gegen von der KAB verteilte Brotmarken eintauschte. Zudem finanzierte die KAB Kranken ihre dringend benötigten Medikamente: „Jede Bargeldauszahlung an Privatpersonen wurde quittiert, damit jederzeit alles nachprüfbar war“.
Bei der Flutkatastrophe in Ostdeutschland vor einigen Jahren kam nicht nur die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes einer überfluteten Behindertenwerkstatt in Dresden zugute, sondern auch der Erlös aus einem symbolischen Sandsäckeverkauf an den Haustüren: „Das Ketteler-Cardijn-Werk nähte hierfür kleine Sandsäcke.“ Wichtig ist Werner Hesse, dass die verschiedenen sozialen Anliegen der KAB-Mitglieder berücksichtigt werden. Aber auch fürs eigene Dorf sind die Männer im Einsatz. Sie engagierten sich im Orgelbauverein, renovierten und betreuen seitdem regelmäßig ein Heiligenhäuschen. Vor drei Jahren ließen sie in wochenlanger Arbeit alle Kniebänke mit Polstern versehen – ein vielfältiger Einsatz aus katholischer Verantwortung.


22.05.2012
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