Umstrukturierung wird vor Ort beraten
Eine neue Vielfalt
Paderborn. „Wir haben jetzt alles geöffnet und sind auf dem Gipfel der Verunsicherung“, beschreibt Thomas Klöter den derzeitigen Stand. Um das jedoch sofort wieder zu relativieren: Phase zwei der Umstrukturierung der Pastoralverbünde im Erzbistum läuft derzeit, es gibt einen gemeinsamen Plan von Dekanat und Diözese dazu. Der wird nun in den einzelnen Verbünden diskutiert. Die bisherige Deckungsgleichheit der Vorstellungen liege jedoch mindestens bei 80, in manchen Dekanaten sogar über 90 Prozent.
von Christian Schlichter
Bereits im November hatten die Dechanten ein Signal erhalten, sich um die künftigen Strukturen im Erzbistum Gedanken zu machen. Bereits da, so schildert es Monsignore Thomas Dornseifer, hätten einige Dechanten damit begonnen, die einzelnen Pastoralverbünde unter die Lupe zu nehmen. Als dann der Erzbischof im Dezember mit einem offiziellen Brief den Prozess eröffnet habe, sei es konkret geworden.
Bei der Fortschreibung der Pastoralverbundsstruktur 2030 geht es um die Zukunftsplanung für das Erzbistum. Also darum, wie die Kirche von Paderborn auch mit den Finanzen und dem Personal von morgen noch für die Menschen vor Ort ansprechbar sein kann. Um diesen Prozess koordiniert zu gestalten, haben die Abteilungen Pastorale Dienste mit Monsignore Thomas Dornseifer sowie Pastorales Personal mit Monsignore Andreas Kurte die Verantwortung übernommen. in einem Vier-Phasen-Prozess läuft das derzeit im Erzbistum ab.
Die erste Phase, das war der Besuch der Arbeitsgruppe aus Dornseifer, Kurte und ihrem Chefplaner Thomas Klöter in den Dekanaten. „Da sind bereits gute Gespräche gelaufen“, erinnert sich Kurte. Dabei seien dann auch die Pläne, die des Dekanates und die des Erzbistums, übereinander gelegt worden. Und dabei, so erinnert sich Thomas Klöter, sei es zu großen Übereinstimmungen gekommen. Was allein deutlich geworden wäre, seien „die Wunden der Kommunalreform gewesen“, erinnert sich Thomas Dornseifer an manch regionale Vorbehalte einzelner Pastoralverbünde. „Was die Rahmenbedingengen angeht, als wer kann mit wem, sind wir schnell übereinander gekommen“, kommentiert Msgr. Kurte die Diskussionen auf Dekanatsebene. Das sei aus seiner Sicht gut, denn „jetzt geht es um das Wesentliche, um das Inhaltliche“.
Das sei ein spannender Prozess berichtet auch Msgr. Dornseifer. Denn künftig werde die Unterschiedlichkeit im Erzbistum gepflegt. Dann gebe es große Pfarreien und Pastoralverbünde nebeneinander. Wie im Dekanat Emschertal. Aus der Variante des Zusammenschlusses von Pastoralverbünden sei dort das Modell von nur noch vier Großpfarreien geworden (der DOM berichtete bereits). Auch Stadt und Land prägten die besonderen Situationen, die berücksichtigt würden.
Ende April endeten die Gespräche mit den Dekanaten. In Phase zwei, die bis zum September läuft, wird nun auf der Ebene der Pastoralverbünde gemeinsam diskutiert. Alle Reaktionen, die also derzeit im Bistum eingingen, würden auch dorthin zurückgegeben. Denn die jetzigen Pläne seien nicht die, die dann auch „in die Form gegossen“ würden.
Erst in Phase drei ab Ende September beginne der Erzbischof, mit seinen Gremien vom Bischofsrat über Priesterrat bis zur Dechantenrunde, die Vorschläge zu überdenken. Dann aber zum Jahreswechsel würde er die neue Struktur verabschieden. Die umschreibe dann nicht nur die neue Struktur einer Pfarrei oder Pastoralverbundes, sondern lege auch fest, wo der dauerhafte Sitz des Leiters sei. Zum dritten werde aber auch ein Zeitrahmen festgelegt, in dem die Umsetzung verbindlich vorgesehen sei.







