Die Salzkottener Franziskanerinnen feiern ihre Gründung vor 150 Jahren
Eine gute Schule der Nachfolge Jesu
Salzkotten. Den Jahrestag ihrer Gründung feierten die Salzkottener Franziskanerinnen als festlichen Abschluss ihres 150-jährigen Jubiläums zusammen mit Erzbischof Hans-Josef Becker und Erzbischof Tarcisius Ziyaye aus Malawi sowie rund 400 Gästen.
Die Ordensgründerin Mutter Clara Pfänder habe sich vor 150 Jahren in die „lebensbejahende und lebensförderliche Schule der Nachfolge Jesu begeben“, betonte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt in der Mutterhauskirche in Salzkotten. Mit Bezug auf das Evangelium von der „Hochzeit zu Kana“ meinte Erzbischof Becker, es gehe Jesus darum, „der Freude und Lebensbejahung, der Angstlosigkeit, Freiheit und Hoffnung der Menschen zu dienen“. Diese Haltung werde auch durch das Jubiläumsmotto der Franziskanerinnen „Geborgen im Glauben – Nah bei den Menschen“ ausgedrückt.
Bei der Jubiläumsfeier in der Schützenhalle beschrieb Schwester Carola Thomann, bis 2009 Generaloberin, die Ordensgründerin Clara Pfänder. Die 1827 in Hallenberg geborene Sauerländerin gründete, unterstützt durch den Paderborner Bischof zunächst in Olpe eine franziskanische Schwesterngemeinschaft und danach in Salzkotten. Ihre dortige Gemeinschaft und deren Mutterhaus musste Clara Pfänder 1880 verlassen, nachdem es mit dem damaligen Superior zu Auseinandersetzungen um die Einkleidung neuer Schwestern gekommen war. Der Generaloberin wurde die „Anmaßung priesterlicher Rechte“ vorgeworfen. Sie hatte dafür zwar vom im Kulturkampf vertriebenen Bischof Konrad Martin eine „Geheimvollmacht“ erhalten, war von diesem aber auch gegenüber dem Superior zum Stillschweigen verpflichtet worden. So sah die kirchenfromme Frau keine Möglichkeit, sich zu rechtfertigen, und resignierte mit den Worten „Ich muss untergehen, aber das Werk bleibt bestehen.“ Erst 30 Jahre nach dem Tod Clara Pfänders, so Schwester Carola Thomann, sei die Geheimvollmacht bekannt geworden. Es sei nun an der Zeit, so bat die ehemalige Generaloberin, dass die Gründerin Clara Pfänder seitens der Kirche rehabilitiert werde.
In drei Gesprächsrunden sprachen Dechant Dr. Thomas Witt, Regina Herting, Landrat Michael Müller, die Generaloberin der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, Aloisia Höing und die Salzkottener Schwester Johanna Harke über ihren Glaube und ihre persönliche Beziehung zu den Franziskanerinnen.







