Werlwallfahrt des Kolping-Diözesanverbandes mit über 1 000 Teilnehmern
Eine große Familie feierte

- Seit 1911 findet alle fünf Jahre die Werlwallfahrt des Kolping-Diözesanverbandes statt. In diesem Jahr traf sie mit dem Wallfahrtsjubiläum zusammen.
Werl. Eine überfüllte Kirche, wehende Kolpingbanner: „Wir sind immer noch eine sehr große Familie“, freute sich Kolping-Diözeanpräses Ansgar Wiemers, als er die gut 1 000 Teilnehmer der Werlwallfahrt des Kolping-Diözesanverbandes in der Wallfahrtsbasilika begrüßte. „Denn wir schauen aus nach dir“ – unter diesem Leitwort hatten sich Kolping-Mitglieder im Jubiläumsjahr der Werler Wallfahrt auf den Weg zur „Trösterin der Betrübten“ gemacht. Der Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige feierte mit den Wallfahrern das Pontifikalamt in der Basilika.
von Andreas Wiedenhaus
In seiner Predigt warnte der Bischof vor einem sich immer mehr verbreitenden Schwarz-Weiß-Denken, das die Menschen in vorgefertigte Kategorien einordne: „So werden aus Urteilen schnell Vorurteile!“ Angesichts des Wortes Jesu vom Unkraut unter dem Weizen werde deutlich, dass es auf etwas anderes ankomme: Der Mensch wünsche sich von Gott gesetzte „klare Verhältnisse“. Doch dieser lasse sich nicht auf diese Weise vereinnahmen: „Gott kann warten, er sieht tiefer und fragt nach der Zukunft dessen, das da wächst.“ Und schließlich verlaufe die Grenze zwischen Gut und Böse auch „durch jedes menschliche Herz“. Auch für die Kirche gelte, dass sie keine „Elitetruppe“ sei, sondern ein Volk, zu dem Sünder und Versager gehörten. Entsprechend müsse es Raum für Kritik innerhalb dieser Kirche geben. Ein Grund zu Pessimismus sei dies letztlich aber nicht: „Trotz ihrer Unvollkommenheit hat die Kirche immer noch genug Rückgrat, Charme und Begeisterungsfähigkeit!“
Zu Beginn des Wallfahrtstages hatten sich die Teilnehmer an der Werler Stadthalle getroffen. Von dort zogen sie in einer Prozession zur Basilika. Nach dem Gottesdienst gab es verschiedene Angebote: Taizégebet, offenes Singen oder einen Raum der Stille in der Krypta. Das Marienlob mit sakramentalem Segen bildete den Abschluss des Wallfahrtstages.






