Aktuelle Ausgabe
2012-20

Jahr für die Kirche: „Jakis“ aus dem Erzbistum treffen sich seit 50 Jahren regelmäßig

Eine Zeit, die das Leben prägte

Der DOM weckt Erinnerungen: Thea Sommer, Helene Stallmeister, Liesel Mues, Dorothea Gerling und Gerlind Bergmann (v. l.) finden sich in einer Reportage von 1961 wieder. Foto: Wiedenhaus

Erzbistum. „Das bin ich!“ Thea Sommer zeigt mit dem Finger auf das Schwarz-Weiß-Porträt und lacht: „Lange her!“ Ein halbes Jahrhundert, um genau zu sein: 1961 berichtete Der DOM in einer Reportage über 27 junge Frauen aus verschiedenen norddeutschen Bistümern, die damals zum ersten Mal ein freiwilliges „Jahr für die Kirche“ absolvierten. Auch Helene Stallmeister, Liesel Mues, Dorothea Gerling und Gerlind Bergmann entdecken sich in der 50 Jahre alten DOM-Ausgabe wieder. Die fünf gehörten zu den 17 ersten „Jakis“ aus dem Erzbistum Paderborn.

von Andreas Wiedenhaus 

Aus dem „Jahr für die Kirche“ ist mittlerweile das „Freiwillige Soziale Jahr“ geworden. Die Idee ist also lebendig geblieben. Doch nicht nur das: Sie eint die ersten „Jakis“ aus den Jahrgängen 1961 bis 1965 noch heute. Regelmäßig treffen sie sich, um Erinnerungen auszutauschen und den Kontakt zu pflegen. Das „Jubiläumstreffen“ nach 50 Jahren fand jetzt im Paderborner Meinwerk-Institut statt.

Dabei war nicht nur die DOM-Ausgabe von 1961 eine beliebte Lektüre: Bärbel Hagedorn und Magdalene Weber hatten eine Rückschau zusammengestellt, die das vergangene halbe Jahrhundert noch einmal lebendig werden ließ. Erinnerungen wurden wach: Etwa an die Kurse, in denen die „Jakis“ auf ihre Aufgaben in Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen vorbereitet wurden. In dieser Zeit des Kennenlernens wurden Freundschaften geschlossen, die bis heute gehalten haben.

„Die Vorbereitungen waren wichtig, aber die Erfahrungen mussten wir selber machen“, heißt es im Rückblick. Den Aufgaben gerecht zu werden, war nicht immer leicht. Die Arbeit forderte vollen Einsatz, hinzu kamen die Begegnungen mit schweren Schicksalen in Kinderheimen, die ersten Erfahrungen mit Krankheit und Tod in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

„Eine Stütze war damals für uns alle der damalige Vikar und spätere Weihbischof Hans-Leo Drewes“, sind sich alle „Jakis“ der Jahrgänge 1961 bis 1965 einig: „Er war unser Ansprechpartner, hatte für alles und jeden ein offenes Ohr. Er hatte uns viel zu sagen, stärkte unser Gottvertrauen und den Glauben an das Gute im Menschen.“ In schwierigen Situationen „konnte er beraten, trösten, unsere Sorgen zerstreuen“, heißt es in der Rückschau von Bärbel Hagedorn und Magdalene Weber. So durfte auch bei diesem Treffen der Besuch am Grab von Weihbischof Drewes nicht fehlen.

„Geprägt hat uns diese Zeit sicherlich“, sind sich alle „Jakis“ heute einig. Nach dem „Jahr für die Kirche“ kehrten die Frauen zurück in ihre Berufe, manche machten eine Ausbildung zur Krankenschwester, Alten- oder Familienpflegerin. Die Idee, sich zu engagieren, hat die Frauen über die Jahre nicht losgelassen: Viele sind heute in ihrer Kirchengemeinde ehrenamtlich aktiv. „Es war ein Jahr, das unser Leben nachhaltig beeinflusst hat“, lautet das einhellige Urteil im Rückblick.


22.05.2012
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