Aktuelle Ausgabe
2012-20

Paderborner Weihbischof Matthias König feiert Abschlussgottesdienst in Herzfeld

Eine Woche für Ida

Für die heilige Ida überschreitet er die Bistumsgrenze: Weihbischof Matthias König hält den Abschlussgottesdienst. Foto: Vieler

Herzfeld. Um die Stärkung des Glaubens geht es in diesem Jahr in der Ida-Festwoche in Herzfeld. Im ältesten Wallfahrtsort Westfalens steht von Freitag, 4. September, bis Sonntag, 13. September, wieder die heilige Ida im Mittelpunkt. Zelebrant des Pontifikalamtes zum Abschluss der Woche ist Weihbischof Matthias König aus Paderborn.

von Birger Berbüsse

Besondere Verehrung erfährt Ida nicht nur im Bistum Münster, sondern auch südlich der Lippe im Paderborner Erzbistum: Erst kürzlich feierte beispielsweise das St.-Ida-Stift in Hovestadt sein Jubiläum mit einer kleinen Ida-Prozession (der DOM berichtete). Auch bei diesem Anlass war Weihbischof König Zelebrant des Gottesdienstes.
Die Verehrung der heiligen Ida begann noch zu ihren Lebzeiten. Geboren um 770, verließ sie nach der Vermählung mit dem Sachsenherzog Egbert ihre fränkische Heimat und zog mit ihrem Mann nach Westfalen. Während einer Rast in Hirtveldun (dem heutigen Herzfeld) bekam sie der Legende nach im Traum aufgetragen, eine Kirche am Lippeufer zu errichten, was sie auch tat. Dadurch wurde Ida gewissermaßen zur Gründerin der ersten katholischen Gemeinde im Münsterland. Nach dem Tode ihres Mannes zog sie in den Portikus (Säulenhalle) über seinem Grab, um fortan nur noch Helferin der Armen zu sein. Rasch verbreitete sich die Kunde von ihrem heiligmäßigen Leben.
Nach Idas Tod am 4. September 825 kamen die Menschen noch zahlreicher zum Portikus, um dort am Grab zu beten. So wurde Herzfeld zum ersten Wallfahrtsort Westfalens. 155 Jahre später wurde Ida offiziell heiliggesprochen. Ihr Sarkophag, der Schrein mit ihren Reliquien und Reste der von ihr erbauten Kirche sind in der Grabkrypta in Herzfeld zu sehen. Die Wallfahrt hat bis heute nicht aufgehört.
Eng verbunden ist damit die jährliche Ida-Woche. In ihr soll es in diesem Jahr um die Stärkung des Glaubens gehen, wie Domkapitular und Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann in seinem Grußwort schreibt. Denn die Verkündigung dieses Glaubens habe immer mit Menschen zu tun, die selbst glaubwürdig seien und lebten. „Die heilige Ida von Herzfeld ist eine solche geradlinige Gestalt, die uns ermuntern kann, Gott und den Menschen zu dienen“, betont Pfarrer Lohmann. Auch dürften die vielen, die im Alltag, in ihrer Familie, am Arbeitsplatz oder ihrer Gemeinde für Jesus Christus und seine froh machende Botschaft einstünden, nicht vergessen werden.
„So laden wir herzlich zu allen Gottesdiensten und Festveranstaltungen ein. Seien Sie uns herzlich willkommen und fühlen sie sich bei uns wohl“, richtet sich die Ida-Festwoche ausdrücklich nicht nur an die Herzfelder oder Menschen aus dem Bistum Münster. Auf Wunsch stellt die Gemeinde interessierten Besuchern sogar einen Wallfahrtsführer an die Seite. Anmeldungen nimmt das katholische Pfarramt unter Tel. 0 29 23/508 entgegen.
Die Festwoche beginnt mit dem Hochfest der heiligen Ida am Freitag, 4. September, um 8.30 Uhr mit einem Festhochamt. Offiziell wird die Ida-Woche dann am folgenden Samstag um 17 Uhr durch die Glocken der Pfarrkirche eingeläutet. Um 17.30 Uhr feiert der Münsteraner Weihbischof Franz-Josef Overbeck das Pontifikalamt. Weihbischof Heinrich Jansen aus Kevelaer ist am Sonntag, 6. September, Zelebrant des Pontifikalamtes der Wallfahrer um 10.30. Um 14 und 16 Uhr werden Kirchenführungen angeboten, dazwischen liegt um 15 Uhr die Festandacht mit Ida-Segen. Zwei weitere Münsteraner Weihbischöfe feiern am Mittwoch, 9. September, und Donnerstag, 10. September, jeweils um 17 Uhr ein Pontifikalamt mit Ida-Segen, Domkapitular Pfarrer Rolf Lohmann zelebriert am Freitag, 11. September, um 19 Uhr ein Hochamt mit anschließendem Ida-Segen.
Zum feierlichen Schlussgottesdienst am Sonntag, 13. September, kommt dann ein Paderborner nach Herzfeld gereist: Weihbischof Matthias König wird um 10 Uhr zelebrieren und die Predigt halten. Danach zieht eine Prozession, die sogenannte Kleine Identracht durch das Dorf. Nach dem Ida-Segen ist zum Ausklang der Woche ein Frühschoppen mit Kinderflohmarkt geplant.


22.05.2012
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