Aktuelle Ausgabe
2012-20

Im Kloster Oelinghausen soll der 800 Jahre alte Klostergarten wiedererstehen

Ein „lebendes Archiv“

Hinter der alten Klosterkirche von Oelinghausen soll der Klostergarten angelegt werden.
Margarete Hoberg-Klute (r.) stellte mit Wennemar Freiherr von Fürstenberg (2. v. r.), Dr. Günter Bertzen (l.) und Geschäftsführerin Edeltraut Hütte-Schmitz den Gestaltungsplan für den neuen Klostergarten in Oelinghausen vor.Fotos: Kolossa

Arnsberg-Oelinghausen. Einen Klostergarten will der Freundeskreis Oelinghausen an historischer Stelle wiedererstehen lassen. Dort, wo schon vor 800 Jahren im Schatten der alten Klosterkirche Prämonstratenserinnen ihren Garten angelegt hatten, sollen ab Herbst wieder typische Klosterkräuter wachsen.

von Julius Kolossa

Margarete Hoberg-Klute, Garten- und Landschaftsarchitektin aus Stockum, stellte auf der Mitgliederversammlung vom Freundeskreis Oelinghausen die Planungen für das 650 Quadratmeter große Areal hinter der Klosterkirche vor, der ein „lebendes Archiv“ für die Reliktpflanzen aus dem früheren Klostergarten werden soll. Zusätzlich soll ein „Mariengarten“ mit entsprechenden Symbolpflanzen und gegebenenfalls einer Statue entstehen, sowie ein an den medizinischen Erkenntnissen der Hildegard von Bingen angelehnter Heilkräutergarten. Alles soll barrierefrei angelegt werden. Weiter sind im Entwurf ein Rosenpark, ein Brunnenplatz und eine Orangerie beziehungsweise ein Gewächshaus vorgesehen. Auch ein „Insektenhotel“ und ein „Fledermaushotel“ seien vorstellbar, sowie eine Beschilderung in Blindenschrift und ein Hinweis vom Ruhrradweg her.
Erarbeitet wurde das Konzept ab dem Spätherbst 2008 vom Freundeskreis, der vor vielen Jahren bei Arbeiten an der alten Klostermauer die Pflanzen wiederentdeckt hatte. „Wir möchten den Geschmacks- und Tastsinn ansprechen“, erläuterte Dr. Günter Bertzen, Vorsitzender des Freundeskreises, den Gestaltungsplan der Gartenarchitektin. „Außerdem legen wir Wert auf feinsinnige Erlebnisse wie Konzerte.“ Dafür soll eine Freifläche ein entsprechendes Forum bieten.
Begonnen werden soll mit der Erschließung des Geländes und dem Vorbereiten der Pflanzflächen nach der Vorlage der denkmalrechtlichen Genehmigung. „Im Herbst soll dann gepflanzt werden“, erklärte Bertzen. Entsprechende finanzielle Rücklagen  in Höhe von 50 000 Euro seien in den vergangenen fünf Jahren gebildet worden. Gesucht werden nun ehrenamtlich tätige „Klostergärtner“. Immerhin könne dafür eine „exklusive gärtnerische Aufgabe in einem 800 Jahre alten Klostergarten“ geboten werden, formulierte der Vorsitzende.
Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltungen im Klostergartenmuseum sind Gartenbesuche und Natur­­erlebnisse. Herausragend präsentiert werden Sinnesgenüsse auf kulinarischer Ebene am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, ab 17.30 Uhr. Dann heißt es im Gasthof Danne: „Zu Gast an der Tafel der Äbtissin Ottilia von Fürstenberg“. Die Gäste können sich bei einem Fest­essen nach alter Art und Tischmusik aus der Renaissance in diese Zeit zurückversetzen lassen. „Musica Sacra Oelinghausen“ sieht diesmal vier Konzerte vor, darunter drei mit Werken von Johann Sebastian Bach. Schwierig gestaltet sich die Verpflichtung der Chöre zu den „Orgeltagen“ an Pfingsten. Auf jeden Fall wird im Museum neben der Kirche eine Ausstellung zum Klostergarten stattfinden.
Auch im vergangenen Jahr nahmen mehrere hundert Besucher an den offenen Führungen teil: 1 200 waren es, die sich über die Klosterkirche, den Außenbereich und das Klostergartenmuseum informierten. Dafür dankte Dr. Bertzen den acht ehrenamtlichen Frauen und Männern, die in ihrer Freizeit Einblicke in die Geschichte der Klosteranlage vermitteln.


22.05.2012
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