Aktuelle Ausgabe
2012-20

St.-Josefs-Krankenhaus in Salzkotten muss wegen zu vieler Patienten anbauen

Ein gesundes Krankenhaus

Wacht als „Mädchen für alles“ über das Wohl von Patienten und Mitarbeitern im St.-Josefs-Krankenhaus in Salzkotten: Krankenhaus­oberin Schwester Alfonsis.Fotos: Jonas
Vor der Baustelle (v. l.): Hauptgeschäftsführer Josef Düllings, Architekt Andreas Breithaupt, Armin Brüggemann (Technischer Leiter), Pflegedirektor Markus Kamin, Dr. Gerhard Sandmann (Ärztlicher Direktor und Chefarzt) sowie Geschäftsführer Johannes Westermann.

Salzkotten. Die steigende Nachfrage macht es nötig: Das St.-Josefs-Krankenhaus der Salzkottener Franziskanerinnen baut an. In einem Jahr wird das 196-Betten-Krankenhaus auf 222 Betten aufgestockt haben. Grund dafür seien auch die „sehr gut strukturierte Pflege“ und die „hervorragende Medizin“ im Hause, ist Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings überzeugt. Und auch menschlich scheint es zu stimmen: Fünf Schwestern der Franziskanerinnen leben in einem Konvent neben dem Krankenhaus und tun das Ihre, für eine gute Atmosphäre zu sorgen.

von Markus Jonas

Fast wäre sie „entwischt“: Beim Fototermin für die Presse an der Baugrube, wo der Anbau mit zwei halben Stationen entsteht, ist sie verschwunden. „Ich dachte, lass das mal die Männer machen“, sagt Krankenhaus­oberin Schwester M. Alfonsis Burrichter hinterher. Stattdessen geht sie lieber durch das Krankenhaus und sucht das Gespräch mit den Patienten und dem Personal. „Das tut denen gut, wenn sie überlas­tet sind“, sagt sie. Als Vertreter des Krankenhausträgers, der Salzkottener Franziskanerinnen, sei sie „Mädchen für alles“: Ansprechpartnerin für die Provinzleitung der Franziskanerinnen und Mitglied der Betriebsleitung. Besonders wichtig ist ihr, „dass die Patienten sich wohlfühlen“. Dazu dient auch die heilige Messe in der Krankenhauskapelle an fünf Tagen in der Woche sowie die seelsorgliche Begleitung, die Schwester Paula anbietet. „Das ist ein ganz entscheidender Faktor für ein kirchliches Krankenhaus“, betont Schwester Alfonsis.
Dass das St.-Josefs-Krankenhaus so beliebt ist bei den Menschen in der Region hat auch Nachteile: Teilweise muss auf die Drei-Betten-Zimmer noch ein viertes Bett geschoben werden. Wartebereiche wurden 2005 bereits in zusätzliche Patientenzimmer umgebaut. Trotzdem: Die ständig steigenden Patientenzahlen führten weiterhin zu „Überauslastung“, schildert Hauptgeschäftsführer Düllings. Wegen der guten Zahlen ist das Salzkottener Krankenhaus das einzige in Ostwestfalen-Lippe, das mit dem Land eine Erweiterung vereinbart hat, sagt der kaufmännische Geschäftsführer, Johannes Westermann. Ansonsten sind im Regierungsbezirk seit 2001 rund 1 000 Krankenhausbetten abgebaut worden, auch in den benachbarten Krankenhäusern von Geseke und Büren, was die Nachfrage in Salzkotten zusätzlich ansteigen ließ.
2,7 Millionen Euro lässt sich das St.-Josefs-Krankenhaus den Anbau kosten. Finanziert wird das aus Eigenmitteln, Darlehen der Banken sowie der Baupauschale des Landes von 380000 Euro jährlich. Die wird in den kommenden Jahren allerdings nicht vollständig in den Anbau fließen können. Schließlich sind auch andere Modernisierungsmaßnahmen nötig. Irgendwann werde auch ein neuer Operationssaal fällig, kündigte Düllings an. Der Anbau mache auch eine Aufstockung des Personals nötig, sagte er. 40 Mitarbeiter seien zusätzlich nötig, um den Betrieb auf den dann um 1100 Quadratmeter vergrößerten Stationen sicherstellen zu können. Das sei für den Arbeitsmarkt in Salzkotten und der Region vergleichbar mit dem „Aufbau eines neuen mittelständischen Unternehmens“.
Insgesamt sei das Krankenhaus so gut aufgestellt, „dass es sich das leisten kann“, sagte Geschäftsführer Westermann. „Die Banken spielen ja auch nur mit, wenn ein Krankenhaus gesund ist.“


22.05.2012
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