Feierlicher Abschluss des Jubiläums „350 Jahre Marienwallfahrt Werl“
Ein frohes, buntes Glaubensfest

- Wallfahrtsleiter Pater Ralf Preker (oben mit Mikrofon) dankte allen, die zum Gelingen des Jubiläumsjahres beigetragen haben, besonders auch den vielen Ministrantinnen und Ministranten. Foto: Nückel
Werl. Mit einem festlichen Gottesdienst, der Weihe des Erzbistums an die Gottesmutter und der Segnung einer Stele, die an das Jubiläum „350 Jahre Marienwallfahrt Werl“ erinnern wird, ist das Festjahr im größten Marienwallfahrtsort des Erzbistums Paderborn beendet worden. Wallfahrtsleiter Pater Ralf Preker OFM zog im Gespräch mit dem DOM eine positive Bilanz.
von Matthias Nückel
„Es waren etwa 200000 Pilger hier vor Ort“, berichtet Pater Ralf. „Den Fernsehgottesdienst im ZDF sahen 720000 Zuschauer und mit der Übertragung der heiligen Messe im Deutschlandradio sind wir auf weltweites Interesse gestoßen“, freut sich der Guardian der Werler Franziskaner.
Die Statistik des Jubiläumsjahres ist beeindruckend: Weit über 200 Gruppen haben sich während der letzten Monate in 180 Pilgermessen, 140 Pilgerandachten und 40 Lichterprozessionen vor dem Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ versammelt. Wichtiger als Zahlen und Daten ist für Pater Ralf jedoch: „Ein frohes Glaubensfest hatten wir uns gewünscht – ein frohes, buntes, alle Generationen verbindendes Glaubensfest wurde uns geschenkt!“
Ein solch großes Fest des Glaubens erlebten alle Teilnehmer noch einmal beim festlichen Abschluss des Jubiläumsjahres an Allerheiligen. In der völlig überfüllten Basilika begrüßte der Wallfahrtsleiter besonders den Hauptzele-branten des Gottesdienstes, Claudio Kardinal Hummes, und den „eifrigsten bischöflichen Werl-Pilger“, Erzbischof Hans-Josef Becker. Nach Werl gekommen war auch P. Hermann Schallück, der ehemalige Provinzial der Franziskaner. Wie beim Auftakt des Jubiläums, so gab es auch zum Abschluss eine ökumenische Beteiligung. Pfarrer Hendrik Mattenklodt von der evangelischen Soester Wiesenkirche, von wo aus das Gnadenbild vor 350 Jahren nach Werl überführt wurde, nahm am Abschlussgottesdienst teil. Besonders dankte Pater Ralf schließlich Dechant Dr. Gerhard Best für sein Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Kardinal Hummes, der aus São Paulo nach Werl gekommen war, rief in seiner Predigt zur Solidarität mit den Armen und zur Mission auf. Es gebe viele Arme, die sich nicht selbst erheben könnten. „Christliche Nächstenliebe und Solidarität mit den Armen müssen Teil der pastoralen Arbeit der Kirche und des Handelns eines jeden einzelnen Christen sein“, betonte der Kardinal.
Maria verkünde Jesus Christus in der Welt, führte Hummes weiter aus. Heute sei die Zeit einer neuen Evangelisation gekommen, „auch hier in Deutschland“. Die Neu-Evangelisation sei dringend. „Wir alle in den Diözesen und Pfarreien müssen aufstehen und uns an die Evangelisation in unserem Bereich begeben“, rief der Kardinal aus. Das erfordere die Begegnung mit den Menschen. „Es reicht nicht, im Pfarrheim auf die Menschen zu warten. Christen müssen hinausgehen, um den Menschen das Evangelium zu verkünden“, betonte Kardinal Hummes.
Während des Gottesdienstes weihte Erzbischof Becker das Erzbistum Paderborn der Gottesmutter. „Wir weihen uns dir von neuem, weil du unsere Mutter und Fürsprecherin bist. Mit dir und unter deinem Schutz kann unser Weg nicht in die Irre gehen“, hieß es unter anderem im Gebet, das der Erzbischof im Wechsel mit den Gläubigen sprach.
Nach dem sakramentalen Segen zogen Bischöfe, Priester, Ministranten und Gottesdienstbesucher vor die alte Wallfahrtskirche. Dort segnete Erzbischof Becker eine Stele, die an das Jubiläumsjahr erinnert. Die von den Gebrüdern Winkelmann aus Günne gefertigte Stele zeigt Motive aus Werl und Soest, dazu die Inschrift: „Selig ist, die geglaubt hat – 350 Jahre Marienwallfahrt Werl“.
Als die Glocken der Basilika zwölf Uhr schlugen, zog die Prozession wieder in die Kirche. Nach dem Beten des „Engel des Herrn“ löschte Erzbischof Hans-Josef Becker die Wallfahrtskerze. Das Jubiläumsjahr war endgültig beendet.
„Schade, dass das Jubiläum zu Ende geht“ – diesen Satz habe er in den letzten Tagen oft gehört, hatte P. Ralf Preker zu Beginn des Festgottesdienstes berichtet. Darin schwinge auch Dankbarkeit mit. „Denn so viele Menschen wie lange nicht sind bei Maria in die Schule des Glaubens gegangen“, sagte der Guardian und fügte hinzu: „Gebe Gott, dass diese Impulse auch nachhaltig wirken.“
Impulse, die im Jubiläumsjahr neu gesetzt wurden, waren zum Beispiel die Wallfahrt der Kindertagesstätten, die Motorradwallfahrt, die Messdienerwallfahrt und die Junge Kirche. Einige davon sollen fortgesetzt werden. „Für die Motorradwallfahrt gibt es schon einen neuen Termin“, verrät Pater Ralf dem DOM. „Und die Wallfahrt der Kindertagesstätten soll künftig alle drei Jahre stattfinden, damit jedes Kind während seiner Kindergartenzeit einmal teilnehmen kann.“
Die „Trösterin der Betrübten“ hat während des Jubiläumsjahres viele neue Pilger angezogen. Jung und Alt gleichermaßen kamen zum großen Fest des Glaubens.






