St.-Clemens-Gemeinde in Brackel muss Gewölbe sanieren
Ein Netz schützt Besucher
Dortmund-Brackel. „Das ist keine Dauerlösung, aber so ist erst einmal die Sicherheit der Kirchenbesucher gewährleistet“, sagt Pfarrer Ludger Keite von der Brackeler Clemens-Gemeinde und weist in die Höhe auf das Gewölbe der Clemens-Kirche. Ein dünnes schwarzes Netz durchzieht den gesamten Raum des Gotteshauses. Es soll abbröckelnde Putzteile auffangen, die vom Gewölbe herabfallen.
von Andreas Wiedenhaus
Nach ersten Schäden war die Kirche sogar für eine kurze Zeit geschlossen gewesen, jetzt können die Gottesdienste wieder normal stattfinden. Pfarrer Keite: „Das ist natürlich nur eine Zwischenlösung zur Sicherheit der Kirchen- und Gottesdienstbesucher, eine umfassende Sanierung des Gewölbes steht noch an.“ Die Schäden sind dadurch entstanden, dass die gut 100 Jahre alte Kirche nicht auf sicherem Grund steht, ein Teil des Gebäudes „driftet“ regelrecht ab.
Darüber, wie die Sanierung aussehen könnte, beraten zurzeit Architekten und Bauingenieure. Möglichweise muss das gesamte Gewölbe erneuert werden. Das Problem liegt laut Bauingenieur Andreas Driller von der Firma Driller aus Paderborn darin begründet, dass es sich in der Clemens-Kirche um ein sogenanntes „stehendes Gewölbe“ handelt. Es stützt sich auf Pfeilern und Wänden ab: „So reagiert es auf jede Bewegung des Untergrundes, es kommt zu Rissen und ganze Teile lösen sich schließlich.“ Eine Alternative dazu wäre, das Gewöbe von der Kirchenwand und den Pfeilern regelrecht „loszuschneiden“ und dann an einer entsprechenden Konstruktion am Dachstuhl der Kirche aufzuhängen. „Solche hängenden Gewölbe sind bezüglich der Bewegungen des Untergrundes unkomplizierter, da passiert nicht so schnell etwas.
Bei aller Freude darüber, dass die Kirche nun erst einmal wieder sicher ist, stellt sich für Pfarrer Keite aber jetzt die Frage nach den Kosten. Das Netz hat rund 20 000 Euro gekostet, die anstehende Sanierung wird auf ein Vielfaches geschätzt. Für die Gemeinde, die gerade erst das neue Franz-Stock-Heim gebaut, keine leichte Situation.
An der Sanierung aber führt kein Weg vorbei, wie Pfarrer Keite erklärt. Das werde auch im Paderborner Generalvikariat so gesehen, sagt der Seelsorger.







