Bildhauer Johannes Niemeier aus Druffel stapelt tief – dabei bewundern ihn viele um seine Werke
Ein Künstler wider Willen
Druffel. Bescheidenheit heißt seine Tugend, die Bildhauerei ist sein Talent: Den Rummel um seine Person und Werke kann Johannes Niemeier gar nicht so recht nachvollziehen, fast unangenehm scheint ihm dieser manchmal zu sein. Sich gar als Künstler zu bezeichnen, das würde sich der 80-jährige Rietberger nach eigenen Angaben selbst niemals anmaßen. „Das können und sollen andere beurteilen.“ Bildhauer sei er, sagt er leise. Nicht mehr und nicht weniger. Und dennoch: Viele seiner Weggefährten und Freunde – unter anderen auch Weihbischof Manfred Grothe – die dem „Künstler wider Willen“ jetzt zum 80. Geburtstag persönlich ihre Aufwartung machten, würden ihn wohl als waschechten Künstler bezeichnen. Nicht ohne Grund, wie sich bei einem Besuch der DOM-Redaktion in seinem Atelier in Druffel herausstellt.
von Stefan Niggenaber
Denn: Johannes Niemeier hat Spuren hinterlassen, große Spuren sogar. Das bezeugt ein Rundgang durch sein großzügiges Atelier in seinem Wohnhaus im 1300-Seelen-Ort Druffel, dem kleinsten Stadtteil von Rietberg. Dort hat der freie Bildhauer seine gut 60-jährige Wirkens- und Schaffensphase nahezu lückenlos dokumentiert. Unzählige Fotos und Bilder an den Wänden zeigen, wo und wie seine Werke heute noch zu sehen sind – angefangen im Paderborner Leokonvikt übers Mallinckrodt-Gymnasium bis in den Paderborner Dom. Unzähligen Kirchen und sakralen Räumen von Herford bis Essen, über Bremen bis nach Berlin hat der heimische Bildhauer durch Reliefs, Altäre und Stelen, Skulpturen aus Stein und Bronze sowie viele weitere sakrale Gegenstände ein Gesicht gegeben. Angefangen und entdeckt habe er seine Passion damals in der Wiedenbrücker Schule, ein nicht alltäglicher Karriereeinstieg für einen „Jungen vom Bauernhof“, erinnert sich Johannes Niemeier noch gern zurück. Praktischen Jahren folgten zwölf Semester an der Kunstakademie in München, ehe sich Johannes Niemeier in seiner Heimat selbstständig machte. Schnell waren daraufhin Kontakte zu diversen Bistümern geknüpft. Seine Referenzen, seine Werke aus Münchner Zeiten, die noch heute im Atelier des 80-Jährigen zu sehen sind, hatten wohl auch damals schon eine klare Sprache gesprochen. Doch warum ausgerechnet kirchliche und sakrale Arbeiten? Der Rietberger Bildhauer zuckt kurz mit den Schultern, sagt entschlossen: „Das war und ist einfach meine Welt.“ Und fügt hinzu, dass es diese wohl auch in Zukunft immer bleiben wird.







