Vier Großpfarreien sollen bis 2017 anstelle der Pastoralverbünde entstehen
Eigener Weg für Emschertal
Herne. In Richtung auf die von Erzbischof Becker angestoßene Neuordnung der pastoralen Räume geht das Dekanat Emschertal seinen ganz eigenen Weg: Das Ziel heißt dabei nicht „Pastoralverbünde“, sondern „Großpfarreien“. Vier sollen im Dekanat, das von den Städten Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel gebildet wird, bis zum Jahr 2017 entstehen.
von Andreas Wiedenhaus
„Der großstädtische Ballungsraum macht diese spezielle Lösung in unserem Dekanat sinnvoll“, sagte Dechant Heribert Zerkowski bei der offiziellen Vorstellung der Pläne, die, das betonte Zerkowski, mit dem Paderborner Generalvikariat abgestimmt seien. Konkret sehen diese Planungen vor, dass als Zwischenschritt bis 2012 die bisherigen drei Pastoralverbünde in Wanne-Eickel zu zwei Pastoralverbünden „Crange-Wanne“ und „Eickel-Holsthausen“ zusammengefasst werden. Daraus soll 2017 eine Pfarrei werden, die eventuell den Namen St. Marien tragen wird.
Für Herne bedeutet die Umstrukturierung, dass aus den bisherigen vier bis 2012 zwei Pastoralverbünde „Nord-Ost“ und „Mitte-Süd“ entstehen werden. Die Großpfarrei wird dann den Namen St. Bonifatius tragen. In Castrop-Rauxel schließlich bleiben die beiden bisherigen Pastoralverbünde „Nord“ und „Süd“ bestehen. Aus ihnen werden 2017 die beiden Pfarreien St. Joseph und St. Lambertus. Grundlage dieser Planungen war die personelle Situation im Dekanat sowie die anstehenden Pensionierungen und Versetzungen. „Das ist aber noch nichts Endgültiges“, machte Zerkowski gleichzeitig klar und verwies auf den „Diskussionsprozess“, der jetzt angestoßen werden solle. Die positive Botschaft, so der Dechant, sei, dass „keine Kirche geschlossen, keine Gemeinde aufgelöst und keine Kindergärten oder ähnliches dicht gemacht“ würden. „Wir werden auf dieser Grundlage auf lange Zeit pastoral vernünftig arbeiten können“, ist sich Zerkowski sicher. Schließlich blieben die Gemeinden als „pastorale Nahorte“ bestehen.
„Laien und Hauptamtliche tun diese Schritte gemeinsam“, machte Clemens Huerkamp als Vorsitzender des Dekanatspastoralrates klar: „Wir werden in dieser Sache nicht vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Dabei gab er aber zu bedenken, dass über die Rolle der Laien neu nachgedacht werden müsse. Ein Aspekt, der auch für Dechant Zerkowski wichtig ist: „Die Ehrenamtlichen müssen gestärkt werden und mehr selbstverantwortlich tun können.“
Huerkamp sieht neben den Erleichterungen für die Verwaltung durch die angestrebte Schaffung der Großpfarreien weitere Vorteile: „Pro Pfarrei wird es nur noch einen Pfarrgemeinderat und einen Kirchenvorstand geben.“ Das mache die Zusammenarbeit für alle Beteiligten leichter, ist er sich sicher.
Nach den Sommerferien soll ein „klarer Plan“ vorliegen, der nach einer Abstimmung Ende des Jahres in Kraft treten soll. Im kommenden Jahr beginnt die Umsetzung.







