Mariengemeinde Witten geht neue Wege in der Kommunionvorbereitung
Drei Tage der Versöhnung
Witten. „Fand die Erstbeichte vor der Erstkommunion statt?“ Diese Frage mussten die Pfarrer des Erzbistums in den alten Visitationsbögen beantworten. Widerwillig hatte auch Pfarrer Reinhard Edeler, Pastoralverbundsleiter im PV Witten-Mitte und Pfarrer der Mariengemeinde in Witten stets mit „Ja“ geantwortet. Das dürfte in diesem Jahr anders sein. Denn die Gemeinde hat ein Experiment gewagt.
Pfarrer Edelers Widerwille, die Frage nach der Erstbeichte mit „Ja“ zu beantworten, bezog sich weniger auf ihren Zeitpunkt, als vielmehr auf die Form. Mit viel Mühe und Engagement des Pastoralteams und der Eltern seien die Kinder vorbereitet worden. Aber die eigentliche Feier sei dann doch mit viel Unzufriedenheit angesichts der Unruhe in der Kirche, der inneren Unruhe der Kinder sowie der Teilnahmslosigkeit einiger Eltern verbunden gewesen. Daher wagte die Mariengemeinde nun ein Experiment: Ein Wochenende der Versöhnung in der Fastenzeit.
27 der insgesamt 41 Kommunionkinder der Gemeinde fuhren mit dem Seelsorger und fünf Eltern ins Naturfreundehaus in Bochum-Dahlhausen und verbrachten dort ein gemeinsames Wochenende. „Wir konnten die Zeit intensiv nutzen für Katechese, Gottesdienst und natürlich auch Spiel und Spaß“, resümiert Edeler hochzufrieden.
Der Empfang des Sakraments der Versöhnung am Sonntagmorgen stand dabei im Mittelpunkt. Nach einer Katechese über den Leidensweg, den Kreuzestod und der Auferstehung Jesu Christi, seiner unendlich großen Liebe zu den Menschen und seiner Einladung zur Versöhnung empfingen die Kommunionkinder mit freudiger Erwartung das Beichtsakrament. Auch bastelten die Kinder zur Erinnerung Rosenkränze, deren Bedeutung und Gebrauch ihnen einfühlsam erklärt wurde. Diese schon fast meditative Tätigkeit habe die Kinder mit Ruhe erfüllt, was dem Erlebnis der Erstbeichte zugute gekommen sei.
„Das deutsche Wort ‚Sünde‘ kommt bekanntlich von ‚absondern, sich trennen‘ und hat natürlich mit zerstörter Gemeinschaft zu tun“, erklärte Pfarrer Edeler nach dieser Erfahrung. Wann, wenn nicht im intensiven Erleben von Gemeinschaft bei solch einem Wochenende, könne die Gnadenwirkung des Beichtsakraments schöner erlebt werden, fragte er.
„Das beste aber ist, dass viele Kinder bei einer Auswertung des schönsten Erlebnisses ‚Meine Beichte!‘ auf den Zettel geschrieben haben“, zeigt sich der Seelsorger erfreut. So muss er in diesem Jahr ganz und gar nicht widerwillig sein Kreuzchen auf dem Visitationsbogen machen, wenn nach der Erstbeichte gefragt wird. Im nächsten Jahr wohl auch nicht: Das Naturfreundehaus ist für 2010 bereits gebucht.







