Seit 20 Jahren gibt es das Frühstückstreffen für Frauen in Dortmund
Diskussionen beim Kaffee
Dortmund. Ausgerechnet einen Mann luden sich die Organisatorinnen des Frühstückstreffens für Frauen (FFF) zum 20. Geburtstag ein. Martin Buchholz, Theologe, Journalist und Filmemacher begeisterte die rund 180 Damen mit einem Mix aus Liedern, Geschichten und Gedanken.
von Ingrid Piela
„Gut, dass du da bist“, lautete das Thema des 55. Frühstückstreffen im Werkssaal der Stadtwerke. „Kennen Sie das Gefühl, dass Sie die Füße hochlegen möchten und Gott sagen wollen: Bis hierher und nicht weiter, ich passe.“ Das sei wie ein Herzbluterguß, sagte Buchholz, dann brauche man „Lustveränderung“ und viele Vitamine. Umgehen könne man ein solches Tief nicht, da müsse man durch. Und manchmal brauche man einen Engel, der einem sage: „Gut, dass du da bist.“
Kein Mensch könne auf Dauer ohne Wertschätzung leben und besonders wertvoll sei ihm Wertschätzung, so Buchholz, wenn er sie gänzlich unverdient erfahren habe, wenn enttäuschte Freunde zu ihm hielten, so der Referent. Doch so ernst das Thema sich zunächst auch anhörte, bot Martin Buchholz mit seinen Geschichten und Liedern doch immer wieder Gelegenheit zum Lachen.
Auf dem Programm des Frühstückstreffens steht neben Impulsvortrag und Musik immer auch ein leckeres Frühstück mit Kaffee und Tee und Brötchen, herzhaft oder süß belegt, bereit. Die Damen aller Altersklassen haben dann Gelegenheit, sich im Gespräch näher kennenzulernen und über Lebens- und Glaubensfragen auszutauschen. Im Foyer können sie an einem Büchertisch Literatur zum Thema erstehen und wer möchte, den Vortrag auf CD mit nach Hause nehmen, um ihn sich noch einmal anzuhören.
Die überkonfessionellen Frühstückstreffen für Frauen gehen auf ein Konzept zurück, das 1983 in der Schweiz entwickelt wurde und kurze Zeit später nach Deutschland „schwappte“. Mittlerweile finden in über 200 deutschen Städten zweimal im Jahr diese Veranstaltungen statt. Die Organisation von der Einladung übers Buchen des Referenten bis hin zum Kaffeekochen und Brötchenholen übernehmen die ehrenamtlich tätigen Frauen aus unterschiedlichen Dortmunder Gemeinden.
Renate Baun und Beate Weckelmann, beide seit 20 Jahren engagiert im FFF-Team, ehrten Ruth Heinemann als „erste Frau der ersten Stunde“ mit einem Blumenstrauß. Sie hatte im Januar 1990 das erste Frühstückstreffen in Dortmund initiiert und den Werkssaal der Stadtwerke beinahe zum Platzen gebracht: 380 Teilnehmerinnen kamen damals zum Frühstück zusammen.




