Kolpingsfamilie und ev. Christus-Kirchengemeinde in Bövinghausen auf dem Weg
Die „neue“ Gemeindearbeit
Dortmund-Bövinghausen. Spannend, vielschichtig, aus der Tradition gesehen und zukunftsträchtig, so präsentierte sich kürzlich die 14. Podiumsdiskussion der Kolpingsfamilie Bövinghausen und der evangelischen Christus-Kirchengemeinde Bövinghausen. Das Thema am ökumenischen Abend im Pfarrer-Wefer-Haus: „Gemeindearbeit im Umbruch“.
von Elisabeth Plamper
Eines ist sicher: Im Stadtbezirk Dortmund-Nord-West wird es für die Katholiken weitere Veränderungen geben. Die Fusion der katholischen Gemeindeverbünde Lütgendortmund und Bövinghausen sowie Marten, Oespel und Kley steht definitiv im Raum. Der neue Pastoralverbund soll, wenn möglich, schon 2013 Realität sein.
Für Meinolf Kopshoff, Geschäftsführer des Katholischen Stadtbüros, ist es „ein schmerzhafter Prozess“. Es sei aber auch ein Prozess, der neue Herausforderungen in sich berge. Diese Meinung vertrat Ludger Hojenski, stellvertretender Stadtdechant, im Rahmen der Podiumsdiskussion. „Wir müssen Abschiednehmen von Gewohntem“, denn mit den Zeiten änderten sich auch die Leitbilder. „Die Kirche kann nicht mehr alles für alle anbieten.“ Sie müsse dort sein, wo sie nachgefragt werde. Für ihn steht fest „weg vom Kirchturmdenken“ und „ganz neu lernen, auf die Menschen zuzugehen“. Ein weiterer Schritt dahin, sei die Neubesetzung der Stelle des Pfarrverbundsleiters für Lütgendortmund, Bövinghausen, Marten Oespel/Kley bis September.
Gute Chancen für Vereine und Verbände sieht auch Kolping-Vorsitzender Hans-Peter Rehbein in den neuen Strukturen, zumindest für die Gewinnung neuer Mitglieder. Außerdem sollen die Kolpingsfamilien wie bisher präsent und aktiv bleiben. „Vor Ort, da wo die Menschen leben, liegt die besondere Aufgabe der Kolpingsfamilien.“ Diesen „Kirchort“ weiterhin lebens- und liebenswert und die besondere Tradition vor Ort aufrechtzuerhalten gehöre ebenso dazu, wie Bildungsveranstaltungen, Feste, Feiern und Gedenken zu gestalten.
Seit 1996 ist die evangelische Christus-Gemeinde bereits auf dem „neuen“ Weg. Superintendent Michael Stache warf einen Blick zurück. Grund für den Wandel seien abnehmende Religiosität, zunehmende Kirchenferne, weniger Kirchenmitglieder, Pfarrermangel und sinkende Steuereinnahmen. Aus dieser Situation heraus finde ein „Umdenken“ statt. Das Ziel: Veranstaltungen jetzt zeitgemäßer und zielgruppenorientiert zu gestalten, wie beispielsweise Ü30-Gottesdienste oder spezielle Gottesdienste für Familien.
Die Ausgangssituationen für die „Neuorientierung“ sind ähnlich, die Lösungsansätze nahezu gleich. An der Basis „werben“ die Gemeinden auf „neuen“ seelsorgerischen Wegen und meist ehrenamtlich gestalteten Angeboten um die Gläubigen und sehen ihr Ziel darin, den veränderten Ansprüchen an die Kirche immer wieder gerecht zu werden. Zum anderen werden auf höheren Ebenen, im Rahmen der strukturellen „Überplanung“, die Pastoralen Räume vergrößert.
Vor diesem Hintergrund stellte der Moderator des Abends, Frank Bünte, Chefredakteur i.R., die entscheidende Frage: „Wie soll Kirche nah bei den Menschen sein, wenn sie nach Gemeindefusionen in immer größeren Organisationseinheiten arbeiten muss?“ Die Ideen, die dazu entwickelt werden, werden auf diese Frage eine Antwort geben.







