Aktuelle Ausgabe
2012-20

Professorin Dr. Maria Neubrand MC offiziell in ihr Amt an der Theologischen Fakultät eingeführt

Die erste Rektorin nach fast 400 Jahren

Nach der Übergabe der Insignien: Professorin Maria Neubrand, die neue Rektorin der Theologischen Fakultät und ihr Amtsvorgänger Professor Berthold Wald. Foto: Wiedenhaus

Erzbistum. Es war nur ein kurzer Moment während der Akademischen Jahresfeier der Theologischen Fakultät im vollbesetzten Auditorium Maximum: Professor Dr. Berthold Wald überreichte die Insignien des Rektors, die Rektorenkette, an seine Nachfolgerin Professorin Dr. Maria Neubrand MC. Doch dieser Augenblick markierte eine Premiere in der fast 400-jährigen Geschichte der ältesten Hochschule Westfalens: Mit der 55-jährigen Professorin für Exegese des Neuen Testamentes übt zum ersten Mal eine Frau das Rektorenamt aus.

von Andreas Wiedenhaus 

„Ein neuer Anfang“, wie Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Ansprache betonte. Er wünsche, so der Erzbischof in seiner Funktion als Magnus Cancellarius der Fakultät, der neuen Rektorin „bei aller Mühe viel Gestaltungsfreude, aber auch die nötige Unterstützung seitens der Kollegen und der verantwortlichen Mitarbeiter des Erzbischöflichen Stuhles“. Gleichzeitig dankte Becker dem scheidenden Rektor, Professor Dr. Berthold Wald, für seine „engagierte und umsichtige Leitungsarbeit“ in den vergangenen Jahren.

Eine neue Ära und gleichzeitig bewährte Routine: In ihrer ersten offiziellen Amtshandlung überreichte die Rektorin den neuen Studierenden des Studienjahres 2011/2012 der Fakultät ihre Studienbücher. 

Dass sie auf Kontinuität setze, betonte Professorin Neubrand auch selbst: „Ich hoffe, ich werde das Amt genauso gut ausfüllen wie meine männlichen Vorgänger.“

Sie versuche genauso wie die Rektoren vor ihr, „persönliche Akzente“ zu setzen, hatte die neue Rektorin bereits vor der offiziellen Amtsübergabe betont. Angesprochen auf ihre Vorreiterrolle erklärte sie, die Qualifikation der Frauen für Aufgaben in der Kirche voranzubringen, stehe für sie im Vordergrund: „Die Kirche traut den Frauen viel zu, leider gibt es zu wenige, die für diese Aufgaben zur Verfügung stehen.“

Mit Blick auf ihren Lehrstuhl sagte Neubrand, dass die Erforschung der Rolle der Frau im Neuen Testament für sie bisher schon eine große Rolle gespielt habe. Diese „Aufklärungsarbeit“, bei der „nichts verschwiegen und nichts erfunden“ werden dürfe, wolle sie fortführen. Sie wünsche sich eine noch intensivere Zusammenarbeit mit dem Erzbistum – etwa vor dem Hintergrund der „Perspektive 2014“ und der Pastoral der Berufung. Die weitere Öffnung der Fakultät nach außen, was etwa durch die Montagsakademie bereits gelungen sei, sei eine weitere Aufgabe für die kommenden zwei Jahre.

Für die 55-Jährige, die auch Mitglied des Ordens der Missionarinnen Christi ist, ist das Amt der Rektorin übrigens nicht die erste Vorreiterrolle: Sie übernahm als erste Frau in Deutschland einen Lehrstuhl in ihrem Fachgebiet.

Im Jahr 2007 – ebenfalls an der Theologischen Fakultät in Paderborn. 


22.05.2012
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