Fast 150 Jahre segensreiches Wirken der Dernbacher Schwestern in Delbrück und Westenholz
Die Schwestern nahmen Abschied
Westenholz. Von Anfang Oktober an ist das geistliche Leben im Delbrücker Raum um eine Facette ärmer. Nach insgesamt fast 150 Jahren segensreichen Wirkens zieht sich die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi jetzt von ihrer letzten Niederlassung in Westenholz zurück.
von Barbara Brunnert
„Wir haben uns vor Ort immer sehr wohlgefühlt und gehen deshalb schweren Herzens“, versichern die zwei verbliebenen Ordensfrauen einhellig. Ihr Weg wird Schwester Therese und Schwester Edwina zunächst zurück ins Mutterhaus der Gemeinschaft in Dernbach im Westerwald führen.
1862 und damit gerade einmal elf Jahre nach Gründung der Ordensgemeinschaft durch Maria Katharina Kasper kamen die ersten vier Schwestern aus Dernbach nach Delbrück. Sie übernahmen die Sorge für die Patienten in der neu eingerichteten Armen- und Krankenanstalt.
Im Laufe der Zeit kamen weitere Aufgaben hinzu. Von 1863 bis 1875 waren die Armen Dienstmägde Jesu Christi etwa zusätzlich für den Delbrücker Schulbetrieb verantwortlich. Ab 1902 lag dann auch die Betreuung der Kinder im neu eröffneten Waisenhaus in ihren Händen. Als Wegbereiterin der häuslichen Krankenversorgung in der Nachkriegszeit indessen ist Schwester Neria bei vielen alteingesessenen Familien bis zum heutigen Tag in bester Erinnerung.
Groß war demnach auch die Anteilnahme in der Bevölkerung, als das Krankenhaus im Herbst 1977 nach Wegfall der Landesfördergelder für Einrichtungen unter 100 Betten schließen musste und folglich auch der Konvent vor Ort zur Auflösung stand. Dank der Fürsprache und des persönlichen Einsatzes von Dechant und Ortspfarrer Wilhelm Dierkes fand die Kongregation aber schon ein Jahr darauf in Westenholz eine neue Heimat.
Am 29. September 1978 zogen die ersten drei Dernbacher Ordensfrauen in das frühere Konventshaus der Franziskanerinnen aus Salzkotten ein. Schwester Edwina, die der St.-Joseph-Gemeinde bis heute treu geblieben ist, erinnert sich noch gut an die Kutschfahrt zur Begrüßung. Begleitet wurde die gebürtige Kasselerin, die zuvor am Aufbau einer Missionsstation im südindischen Kerala mitgewirkt hatte, von Oberin Bernardia und Schwester Charista. Die erste nahm sich der Leitung des katholischen Kindergartens an. Die andere betreute bis 1989 als Gemeindekrankenschwester die neu eingerichtete Sozialstation.
Schwester Edwina dagegen fand neben ihrer Arbeit als Gemeindereferentin und Sekretärin immer noch die Zeit, ihrer großen Liebe zur Musik zu frönen. So versammelte sie 1978 eine Schar Gitarren- und Flötenschüler um sich und gründete daraus eine Instrumentalgruppe.
Nun endet das Engagement der Dernbacher Schwestern in Delbrück. „Nachwuchsmangel“ heißt die offizielle Begründung für den Abschied der Ordensgemeinschaft.







