Erziehungsberatungsstelle der Caritas Hamm hilft Familien seit 30 Jahren bei der Krisenbewältigung
Die Nachfrage hat rasant zugenommen
Hamm. Wenn Eltern mit ihren Kindern nicht klarkommen, kann das viele Gründe haben: Entwicklungsstörungen, Konflikte in der Schule, Erfahrungen von psychischer oder körperlicher Gewalt oder die Trennung der Eltern lassen ein Kind leicht „aus dem Ruder laufen“. Gut, wenn man in einer solchen Situation professionelle Hilfe findet: Seit 1981 unterstützt die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas Hamm Familien bei der Krisenbewältigung.
von Kay Müller
Was vor 30 Jahren mit allgemeiner Erziehungsberatung begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem ganzen Bündel vielschichtiger Hilfen weiterentwickelt. In der „Caritas-EB“, wie die Beratungsstelle in Hamm genannt wird, reicht das Angebotsspektrum heute von allgemeiner Lern-Leistungsdiagnostik über emotionale Diagnostik für Kinder und Jugendliche bis hin zu speziellen, auf die Lebenssituation zugeschnittenen Angeboten (Gruppen für Trennungskinder, offene Treffs für Alleinerziehende, Gruppe für Kinder, deren Eltern psychisch belastet sind, etc.).
Die Grundthemen der Beratung sind dieselben wie vor 30 Jahren: Es sind vor allem Fragen zur Erziehung und Entwicklung von Kindern sowie Krisen und Konflikte in Familien, denen sich die Fachleute der Caritas zu stellen haben. Allerdings seien die Probleme heute durch veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen komplexer und vielfältiger geworden, berichtet Diplom-Psychologin Gabriele Weich-Krechel, die Leiterin der Beratungsstelle. Beispielhaft nennt sie die hohe Scheidungsrate, den wachsenden beruflichen Druck, dem Eltern heute ausgesetzt sind, das Zerbrechen sozialer Netzwerke und den steigenden schulischen Druck auf Kinder.
Solche Faktoren erhöhen die Gefahr familiärer Konflikte. Sie sind zugleich mit verantwortlich dafür, dass die Nachfrage nach den Hilfsangeboten der Beratungsstelle in den vergangenen 30 Jahren rasant angestiegen ist: Im Jahr 2010 wurden 791 Familien beraten. 1981 waren es nur 91, im Jahr 2000 dann immerhin schon 567 Familien.
Weil gerade bei sozial benachteiligten Familien eine große Scheu besteht, die Beratungsstelle aufzusuchen, kooperiert die Erziehungsberatung auch mit Schulen und Familienzentren in der Stadt und bietet regelmäßige Sprechstunden außerhalb der Beratungsstelle an. Auch Präventivangebote in den Stadtteilen sowie Angebote, die sich an Fachkräfte richten, gehören zur Arbeit. Um alle Aufgaben schultern zu können, steht ein neunköpfiges Team von acht Frauen und einem Mann bereit, die unterschiedliche fachliche Kompetenzen mit einbringen: Sozialpädagogen, Psychologen Diplom-Pädagogen und Heilpädagogen arbeiten mit.
Die Beratungsstelle selbst ist im Hammer Westen hinter der Josefskirche in der Marienstraße 1 zu finden. Unter der Rufnummer 02381/377360 können Termine vereinbart und Fragen zum Beratungsangebot geklärt werden.







